
Die Rechtssicherheit Ihrer Videoüberwachung hängt weniger vom Warnschild ab als von den technischen Einstellungen Ihrer Kamera.
- Lokale Speicherung auf einer SD-Karte minimiert Risiken nach dem Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) erheblich.
- Präzise definierte Aktivitätszonen und Privatsphären-Masken sind entscheidend, um die Aufzeichnung von öffentlichem Grund zu verhindern.
Empfehlung: Konfigurieren Sie Ihre Kamera nach dem Prinzip der Datenminimierung: Nur das Nötigste aufzeichnen, um maximalen Schutz für Ihr Eigentum und Ihre Privatsphäre zu gewährleisten.
Der Wunsch nach Sicherheit für das eigene Zuhause ist verständlicher denn je. Eine Videokamera am Eingang scheint die einfachste Lösung zu sein, um das eigene Grundstück im Auge zu behalten und potenzielle Eindringlinge abzuschrecken. Doch diese Sicherheit bringt eine erhebliche rechtliche Verantwortung mit sich, besonders in der Schweiz. Viele Hausbesitzer glauben, mit einem einfachen Warnschild sei alles getan. Die Realität ist jedoch komplexer: Die Aufnahme des Postboten, der spielenden Nachbarskinder auf dem Trottoir oder auch nur des Gehwegs vor dem Haus kann schnell zu einem Verstoss gegen das strenge Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) führen. Nach über einem Jahr unter dem neuen DSG ist die Zahl der gemeldeten Sicherheitsverletzungen zwar noch überschaubar, doch die rechtlichen Fallstricke bleiben bestehen und können empfindliche Konsequenzen haben.
Die meisten Ratgeber beschränken sich auf die grundlegenden Verbote: Nicht den Nachbarn filmen, Aufnahmen löschen, transparent informieren. Aber was, wenn der Schlüssel zur Konformität nicht nur in dem liegt, was Sie unterlassen, sondern in dem, was Sie technisch aktiv gestalten? Wenn die wahre Rechtssicherheit nicht im juristischen Kleingedruckten, sondern in den Einstellungen Ihrer Kamera-App zu finden ist? Dieser Artikel verfolgt genau diesen Ansatz. Wir zeigen Ihnen, wie Sie durch bewusste Technologie-Entscheidungen und präzise Konfigurationen eine Überwachungslösung schaffen, die nicht nur Ihr Eigentum, sondern auch Sie selbst vor rechtlichen Problemen schützt. Es geht um technische Rechtssicherheit – ein Konzept, das Ihnen erlaubt, die Kontrolle zu behalten und Sicherheit mit Datenschutz in Einklang zu bringen. Wir führen Sie durch die entscheidenden technologischen Weichenstellungen, von der Wahl des Speichermediums bis zur intelligenten Beleuchtung.
Dieser Leitfaden ist Ihr praktischer Begleiter, um die Komplexität der privaten Videoüberwachung in der Schweiz zu meistern. Anhand konkreter technischer Aspekte erfahren Sie, wie Sie Ihr System nicht nur effektiv, sondern auch vollständig gesetzeskonform betreiben.
Inhaltsverzeichnis: Ihr Wegweiser zur rechtssicheren Videoüberwachung in der Schweiz
- Warum ist die Speicherung auf SD-Karte sicherer vor Hackern als die Cloud?
- Wie verhindern Sie, dass jede Katze im Garten einen Alarm auf Ihr Handy schickt?
- Farbe oder Schwarz-Weiß: Was bringt Ihnen Infrarot-Nachtsicht bei Einbrechern wirklich?
- Wann ist eine IP-Kamera besser als ein klassisches Babyphone?
- Bohren durch die Fassade: Wie installieren Sie Außenkameras ohne Kältebrücken?
- Plissee oder Folie: Was lässt Licht rein, aber Blicke draußen?
- Wie verhindern Sie, dass Ihr Staubsauger den Grundriss an Server im Ausland sendet?
- Wie beleuchten Sie Wege stolperfrei, ohne Lichtverschmutzung zu erzeugen?
Warum ist die Speicherung auf SD-Karte sicherer vor Hackern als die Cloud?
Die Entscheidung zwischen lokaler Speicherung auf einer SD-Karte und der Cloud ist eine der wichtigsten Weichenstellungen für die Rechtssicherheit Ihrer Videoüberwachung. Während Cloud-Dienste mit bequemem Fernzugriff werben, bergen sie erhebliche Risiken. Ihre Daten werden auf Servern Dritter gespeichert, oft im Ausland, was sie potenziellen Hackerangriffen und dem Zugriff ausländischer Behörden aussetzt. Nach dem Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) bleiben Sie für den Schutz dieser Daten verantwortlich, auch wenn sie ausserhalb Ihrer Kontrolle liegen. Eine lokale Datenhoheit ist hier das entscheidende Stichwort. Mit einer SD-Karte bleiben die Aufnahmen physisch bei Ihnen im Gerät. Der Zugriff von aussen ist ohne direkten Einbruch in Ihr lokales Netzwerk praktisch unmöglich.
Dieses Prinzip der lokalen Speicherung ist kein reiner Sicherheitsvorteil, sondern ein Kernaspekt der Datenminimierung und des „Privacy by Design“, wie es das DSG fordert. Sie stellen sicher, dass sensible Bilddaten Ihr privates Umfeld nicht verlassen. Im Falle eines Einbruchs ist es zudem entscheidend, eine lückenlose und unveränderte Beweiskette vorlegen zu können. Moderne Kamerasysteme ermöglichen es, Aufnahmen direkt von der SD-Karte als manipulationssichere Datei zu exportieren. Diese technische Absicherung ist vor Gericht von grossem Wert.
Praxisbeispiel: Passwortgeschützte Exportfiles für die Beweissicherung
Ein konkretes Beispiel für technische Rechtssicherheit bietet die Siaxma AG. Das Schweizer Unternehmen implementiert für seine Kunden beweissichere Exportdateien, die mit einer RSH1024-Signatur versehen sind. Diese verschlüsselten Dateien können von der lokalen SD-Karte exportiert werden und sind dank der digitalen Signatur gerichtsverwertbar. Wie eine solche Lösung die strengen Anforderungen des Schweizer DSG erfüllt, zeigt, wie wichtig die Wahl der richtigen Technologie für die lokale Speicherung ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die SD-Karte ist nicht nur eine technische Alternative, sondern eine strategische Entscheidung für maximale Kontrolle und DSG-Konformität. Sie ist die Grundlage für eine sichere und rechtlich unangreifbare private Videoüberwachung in der Schweiz.
Wie verhindern Sie, dass jede Katze im Garten einen Alarm auf Ihr Handy schickt?
Eine der grössten Frustrationen bei Überwachungskameras sind ständige Fehlalarme. Ein Windstoss, der Blätter aufwirbelt, die Nachbarskatze auf Streifzug oder Scheinwerfer eines vorbeifahrenden Autos – all das kann eine Flut von Benachrichtigungen auslösen. Dies ist nicht nur nervenaufreibend, sondern untergräbt auch den Zweck der Überwachung. Viel wichtiger noch: Jede unnötige Aufzeichnung vergrössert die Menge an gesammelten Daten und steht im Widerspruch zum Prinzip der Datenminimierung. Die Lösung liegt in der intelligenten Ausgrenzung – also der präzisen Konfiguration dessen, was die Kamera als relevanten Vorfall einstufen soll.
Moderne IP-Kameras bieten hierfür hochentwickelte Werkzeuge. Das wichtigste sind Aktivitätszonen. Anstatt den gesamten Sichtbereich der Kamera zu überwachen, können Sie exakte Zonen definieren, in denen eine Bewegungserkennung aktiv sein soll, beispielsweise nur der direkte Zugang zu Ihrer Haustür oder das Garagentor. Alles ausserhalb dieser Zonen wird von der Kamera ignoriert. Eine weitere, rechtlich entscheidende Funktion sind Privatsphären-Masken. Dies sind „tote“ Bereiche im Bild, die permanent geschwärzt werden. Damit können Sie öffentliche Bereiche wie Gehwege oder Teile des Nachbargrundstücks, die unweigerlich im Sichtfeld liegen, zuverlässig ausblenden und stellen so sicher, dass Sie keine Persönlichkeitsrechte verletzen.

Die Kombination dieser Werkzeuge mit einer KI-gestützten Personenerkennung, die zwischen Menschen, Tieren und Fahrzeugen unterscheiden kann, reduziert Fehlalarme auf ein Minimum. Sie erhalten nur dann eine Benachrichtigung, wenn eine Person eine definierte Zone betritt. Dies schont nicht nur Ihre Nerven, sondern ist auch ein aktiver Beitrag zur Einhaltung des Datenschutzgesetzes.
Ihr 5-Punkte-Plan für eine DSG-konforme Kamerakonfiguration
- Zweckbindung einhalten: Installieren Sie die Kamera ausschliesslich zur Überwachung Ihres eigenen Grundstücks und definieren Sie den Zweck klar (z.B. Einbruchschutz).
- Aktivitätszonen festlegen: Beschränken Sie die Bewegungserkennung exakt auf die Grenzen Ihres Grundstücks, z.B. auf den Eingangsbereich oder die Terrasse.
- Privatsphären-Masken nutzen: Blenden Sie alle öffentlichen Bereiche (Gehwege, Strassen) und Nachbargrundstücke permanent durch schwarze Masken aus.
- Zeitprofile einrichten: Aktivieren Sie die Aufzeichnung nur dann, wenn es nötig ist, z.B. nachts oder wenn Sie nicht zu Hause sind.
- Personenerkennung aktivieren: Filtern Sie Bewegungen von Tieren oder Objekten heraus, sodass nur menschliche Aktivitäten einen Alarm auslösen.
Farbe oder Schwarz-Weiß: Was bringt Ihnen Infrarot-Nachtsicht bei Einbrechern wirklich?
Bei völliger Dunkelheit ist eine gute Sicht entscheidend für die Sicherheit. Die meisten Kameras setzen auf Infrarot (IR), das ein klares Schwarz-Weiss-Bild liefert. Diese Technologie ist äusserst zuverlässig, da sie auch ohne jegliches Restlicht funktioniert. Für die reine Bewegungserkennung – also die Feststellung, DASS jemand auf dem Grundstück ist – ist IR-Nachtsicht oft ausreichend. Die Person wird als helle Gestalt vor einem dunklen Hintergrund klar erkennbar. Der entscheidende Nachteil zeigt sich jedoch bei der Identifikation: Merkmale wie Haar- oder Kleidungsfarbe gehen komplett verloren. Für eine gerichtsfeste Beweiskette kann dies ein erheblicher Mangel sein.
Hier kommen moderne Farb-Nachtsicht-Technologien ins Spiel. Diese nutzen hochempfindliche Sensoren, die selbst bei minimalem Restlicht (z.B. durch Strassenlaternen oder Mondschein) ein Farbbild erzeugen können. Der Vorteil ist offensichtlich: Ein Täter mit roter Jacke und blauer Mütze ist für die Polizei weitaus leichter zu identifizieren als eine anonyme graue Gestalt. Diese Detailfülle erhöht die Qualität des Beweismaterials signifikant. Sicherheitsexperten empfehlen für eine gerichtliche Verwertbarkeit eine Mindestauflösung von 1080p (Full-HD), da Details wie Gesichter oder Kennzeichen nur so ausreichend scharf erfasst werden können. Bei Nachtaufnahmen ist dieser Aspekt umso wichtiger.
Die Wahl hängt letztlich vom Einsatzzweck und den Lichtverhältnissen vor Ort ab. Der folgende Vergleich zeigt die Stärken und Schwächen der gängigen Technologien.
| Technologie | Mindestauflösung | Sichtweite | Beweisqualität |
|---|---|---|---|
| ColorX Farb-Nachtsicht | 1080p (2K empfohlen) | Bis 30m mit 0.0005 Lux | Optimal für Personenidentifikation |
| Infrarot Schwarz-Weiss | 1080p minimum | Bis 40m bei 0 Lux | Gut für Bewegungserkennung |
| Hybrid (Smart IR) | 2K oder höher | 20-30m adaptiv | Flexibel je nach Situation |
Für eine maximale Rechtssicherheit ist eine Kamera mit hochwertiger Farb-Nachtsicht oft die bessere Wahl, da sie im Ernstfall entscheidende Details für die Strafverfolgung liefert. Sie investieren damit nicht nur in die Erkennung, sondern auch in die Aufklärung.
Wann ist eine IP-Kamera besser als ein klassisches Babyphone?
Die Überwachung des schlafenden Kindes ist für viele Eltern eine Selbstverständlichkeit. Klassische Babyphones übertragen Ton und oft auch Bild über eine direkte Funkverbindung von einer Einheit zur anderen. Sie sind einfach, aber technologisch limitiert. Eine moderne IP-Kamera bietet hier weitaus mehr Flexibilität: Sie können das Bild auf Ihrem Smartphone von überall im Haus abrufen und profitieren von Features wie höherer Auflösung und Nachtsicht. Doch dieser Komfort bringt auch die Pflichten des Schweizer Datenschutzgesetzes (DSG) mit sich, sobald Aufnahmen gespeichert werden könnten. Denn im Gegensatz zum Babyphone ist eine IP-Kamera ein vollwertiges Überwachungsgerät.
Der entscheidende Vorteil einer IP-Kamera liegt in der Kontrolle, wenn man sie richtig einsetzt. Während manche Babyphones ihre Daten ungesichert durch die Luft senden, kann eine IP-Kamera sicher in Ihr WLAN eingebunden werden. Wie bei der Aussenüberwachung gilt auch hier: Die Speicherung auf einer lokalen SD-Karte statt in einer unsicheren Cloud ist der Schlüssel zur Datenhoheit. Sie stellen sicher, dass die sensiblen Aufnahmen aus dem Kinderzimmer Ihr Zuhause nicht verlassen. Besonders wichtig ist auch die Transparenz gegenüber Dritten. Sobald eine Nanny oder ein Babysitter das Kind betreut, handelt es sich um eine Überwachung am Arbeitsplatz. Hierbei greifen strenge Regeln.
Wir verwenden eine DSG-konforme Lösung ohne Cloud-Anbindung. Die Daten bleiben auf unserer SD-Karte und werden nach 24 Stunden automatisch überschrieben.
– Schweizer Eltern, zitiert auf edoeb.admin.ch
Dieses Zitat von der Webseite des Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten (EDÖB) unterstreicht die empfohlene Praxis. Eine IP-Kamera ist dann die bessere Wahl, wenn Sie die erweiterten Funktionen nutzen und gleichzeitig die Verantwortung für den Datenschutz ernst nehmen, indem Sie auf lokale Speicherung, automatische Löschung und Transparenz setzen. Der renommierte Schweizer Datenschutzexperte Martin Steiger betont zudem die allgemeine Informationspflicht, die auch im privaten Rahmen gilt. Wie Steiger Legal in einem Leitfaden ausführt, muss gemäss Art. 19 nDSG bei jeder Videoüberwachung umfassend informiert werden, sobald Dritte betroffen sein könnten.
Bohren durch die Fassade: Wie installieren Sie Außenkameras ohne Kältebrücken?
Die Installation einer Aussenkamera stellt Hausbesitzer oft vor ein praktisches Problem: Wie verlegt man das Kabel für Strom und Daten, ohne die empfindliche Gebäudehülle zu beschädigen? Ein unüberlegtes Bohrloch durch eine gedämmte Fassade kann zu einer Kältebrücke führen. An dieser Stelle geht Wärme verloren, was nicht nur die Energiekosten erhöht, sondern auch zu Kondenswasser und im schlimmsten Fall zu Schimmelbildung im Mauerwerk führen kann. Besonders bei modernen Bauten nach Minergie-Standard ist die Integrität der thermischen Hülle oberstes Gebot.
Glücklicherweise gibt es zahlreiche Montagealternativen, die eine Bohrung durch die Fassade überflüssig machen. Diese schonenden Methoden erhalten die Bausubstanz und vermeiden Folgeschäden. Zu den bewährtesten Optionen gehören:
- Montage an Dachrinnen oder Fallrohren: Spezielle Klemmsysteme nutzen bestehende Strukturen zur Befestigung.
- Klemmhalterungen für Fensterbänke: Diese werden ohne Schrauben fixiert und sind ideal für Mietwohnungen.
- Magnethalterungen: An metallischen Oberflächen wie Stahlträgern oder Fensterrahmen bieten sie starken Halt.
- Integration in Aussenleuchten: Manche Hersteller bieten Kombinationsprodukte aus Leuchte und Kamera an.
Diese bohrfreien Lösungen sind nicht nur substanzschonend, sondern oft auch flexibler, da die Kameraposition leichter verändert werden kann. Sie sind ein perfektes Beispiel dafür, wie sich moderne Sicherheitstechnik intelligent in die bestehende Architektur integrieren lässt.

Praxisbeispiel: Installation an einem Minergie-Gebäude
Das suissetec Areal in Lostorf dient als Vorzeigeprojekt für energieeffizientes Bauen. Bei der Installation der Sicherheitstechnik wurde grösster Wert darauf gelegt, die Gebäudehülle von Minergie-A-Bauten nicht zu verletzen. Wie ein Bericht von Hochparterre zeigt, kamen spezielle Montagesysteme zum Einsatz, die die thermische Hülle nicht durchdringen und so die Energieeffizienz des Gebäudes vollständig erhalten.
Plissee oder Folie: Was lässt Licht rein, aber Blicke draußen?
Neben der aktiven Überwachung durch Kameras spielt auch der passive Schutz der Privatsphäre eine wichtige Rolle. Gerade bei grossen Fensterflächen im Erdgeschoss möchte man neugierige Blicke aussperren, ohne den Raum komplett zu verdunkeln. Zwei beliebte Lösungen konkurrieren hier: das flexible Plissee und die permanente Spiegelfolie. Ein Plissee, oft auch Faltstore genannt, bietet maximale Flexibilität. Es kann von oben und unten stufenlos verstellt werden. So können Sie beispielsweise nur den unteren Teil des Fensters abdecken, um sich vor Blicken von der Strasse zu schützen, während durch den oberen Teil weiterhin Tageslicht einfällt. In der Nacht bietet ein geschlossenes Plissee einen vollständigen Sichtschutz.
Eine Spiegelfolie hingegen wirkt permanent. Tagsüber verwandelt sie das Fenster von aussen in eine spiegelnde Oberfläche, während man von innen fast ungestört hinausschauen kann. Sie bietet einen hervorragenden Hitzeschutz im Sommer. Der grosse Nachteil ist der Umkehreffekt bei Dunkelheit: Sobald es drinnen heller ist als draussen, kann man von aussen ungehindert hineinsehen, während die Sicht nach draussen versperrt ist. Für den Schutz der Privatsphäre am Abend ist eine Folie also ungeeignet. Insbesondere bei Gebäuden mit hohem Energiestandard wie Minergie sind Plissees oft die bessere Wahl, da sie die Wärmedämmung im Winter unterstützen können.
Die Entscheidung hängt stark von den individuellen Bedürfnissen ab. Der folgende Vergleich zeigt die wichtigsten Unterschiede im Überblick, besonders relevant für Schweizer Häuser, bei denen Energieeffizienz eine grosse Rolle spielt.
| Eigenschaft | Plissee | Spiegelfolie |
|---|---|---|
| Tageslichtnutzung | Variabel einstellbar | Permanent reduziert |
| Nachtsichtschutz | 100% bei Schliessung | Umkehreffekt bei Innenlicht |
| Wärmedämmung Winter | Wabenplissee optimal | Minimal |
| Hitzeschutz Sommer | Gut | Sehr gut |
| Minergie-Kompatibilität | Empfohlen | Bedingt geeignet |
Zudem können optimale Beschattungssysteme einen erheblichen Beitrag zur Energieeffizienz leisten. Laut den offiziellen Minergie-Standards können Gebäude durch intelligente Beschattung bis zu 30% an Heiz- und Kühlenergie einsparen, was Plissees zu einer sowohl für die Privatsphäre als auch für das Portemonnaie smarten Lösung macht.
Wie verhindern Sie, dass Ihr Staubsauger den Grundriss an Server im Ausland sendet?
Die Gefahr für die Privatsphäre lauert nicht nur an der Fassade, sondern auch im Inneren des Hauses – und manchmal kommt sie auf kleinen Rädern. Moderne Saugroboter sind Wunder der Technik: Sie navigieren autonom, erstellen detaillierte Karten Ihrer Wohnung und lassen sich per App steuern. Doch genau diese Karten sind aus Sicht des Datenschutzes hochsensibel. Ein detaillierter Grundriss verrät viel über den Lebensstandard, die Einrichtung und potenziell auch über die Gewohnheiten der Bewohner. Wenn diese Daten ungesichert an Server des Herstellers – oft in China oder den USA – gesendet werden, verlieren Sie die Kontrolle darüber.
Dieses Problem ist keine theoretische Panikmache. Der Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich hat diese Bedenken offiziell bestätigt. Er stuft solche Daten als besonders schützenswert ein und betont die Notwendigkeit, ihre Weitergabe zu kontrollieren.
Ein detaillierter Grundriss lässt Rückschlüsse auf Lebensstandard und Gewohnheiten zu.
– Datenschutzbeauftragter Zürich, Leitfaden Datenschutz 2024
Die gute Nachricht: Sie können aktiv etwas dagegen tun. Die Lösung liegt in der Konfiguration Ihres Heimnetzwerks. Mit einer Firewall-Regel in Ihrem Router können Sie dem Saugroboter gezielt den Zugang zum Internet sperren. Das Gerät kann dann weiterhin seine Arbeit im lokalen WLAN verrichten und per App gesteuert werden, aber es kann keine Daten mehr „nach Hause telefonieren“. Für Schweizer Haushalte mit einer gängigen Swisscom Internet-Box ist dies in wenigen Schritten umsetzbar.
So richten Sie die Sperre ein:
- In die Swisscom Internet-Box einloggen: Öffnen Sie im Browser die Konfigurationsseite Ihres Routers.
- MAC-Adresse des Roboters identifizieren: Finden Sie in der Liste der verbundenen Geräte den Saugroboter und notieren Sie seine einmalige MAC-Adresse.
- Neue Firewall-Regel erstellen: Navigieren Sie zu den Firewall-Einstellungen und erstellen Sie eine neue Regel für die identifizierte MAC-Adresse.
- Ausgehende Verbindungen blockieren: Konfigurieren Sie die Regel so, dass alle ausgehenden Verbindungen von diesem Gerät ins Internet blockiert werden.
- Lokale Steuerung testen: Überprüfen Sie, ob Sie den Roboter weiterhin über Ihre App im heimischen WLAN steuern können.
Mit dieser einfachen technischen Massnahme setzen Sie das Prinzip der lokalen Datenhoheit konsequent um und geniessen den Komfort Ihres smarten Helfers, ohne Ihre Privatsphäre zu gefährden.
Das Wichtigste in Kürze
- Rechtssicherheit ist technisch: Die Einhaltung des Schweizer DSG wird primär durch korrekte technische Konfiguration (Aktivitätszonen, lokale Speicherung) erreicht, nicht allein durch Warnschilder.
- Datenminimierung als Leitsatz: Zeichnen Sie so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig auf. Dies reduziert rechtliche Risiken und schützt die Privatsphäre aller.
- Lokale Datenhoheit ist entscheidend: Die Speicherung von sensiblen Daten (Videoaufnahmen, Grundrisse) auf lokalen Medien wie SD-Karten gibt Ihnen die volle Kontrolle und verhindert den Abfluss ins Ausland.
Wie beleuchten Sie Wege stolperfrei, ohne Lichtverschmutzung zu erzeugen?
Sicherheit auf dem eigenen Grundstück bedeutet auch, Wege und Treppen so zu beleuchten, dass niemand stolpert. Doch eine helle Beleuchtung hat oft eine unerwünschte Nebenwirkung: Lichtverschmutzung. Dauerhaft brennende, nach oben strahlende Lampen stören nicht nur den Nachthimmel und die Tierwelt, sondern können auch als Belästigung für die Nachbarn empfunden werden. Eine intelligente Beleuchtung schafft hier den Spagat zwischen Sicherheit, Komfort und Umweltverträglichkeit. Der Schlüssel liegt in der bedarfsgerechten Steuerung und der richtigen Wahl der Leuchtmittel.
Anstatt Wege die ganze Nacht zu erhellen, sind Bewegungsmelder die effizienteste Lösung. Das Licht schaltet sich nur dann ein, wenn es wirklich gebraucht wird. Wichtig ist hierbei die Wahl der Leuchten selbst. Die Organisation Dark-Sky Switzerland hat klare Empfehlungen für eine umweltverträgliche Aussenbeleuchtung formuliert. Es geht darum, das Licht gezielt dorthin zu lenken, wo es benötigt wird – nach unten auf den Weg. Leuchten sollten vollständig nach oben abgeschirmt sein und eine warme Farbtemperatur aufweisen. Konkret fordert Dark-Sky Switzerland für konforme Wegebeleuchtung eine Farbtemperatur unter 3000 Kelvin und eine vollständige Abschirmung, um den Himmel nicht unnötig aufzuhellen.
Praxisbeispiel: Gekoppelte Sensorik für DSG-Konformität
Ein Mehrfamilienhaus in Zürich hat gezeigt, wie man Beleuchtung und Videoüberwachung intelligent koppeln kann. Anstatt die Kameras permanent laufen zu lassen, werden sie nur dann aktiviert, wenn die angebundenen Bewegungsmelder der Wegebeleuchtung auslösen. Wie dieses Beispiel der Firma Aptex illustriert, konnte die Gesamtaufzeichnungszeit um 85% reduziert werden. Dies maximiert nicht nur die DSG-Konformität durch konsequente Datenminimierung, sondern sorgt auch für Sicherheit, genau dann, wenn sie benötigt wird.
Eine smarte, nach unten gerichtete und warmweisse Beleuchtung, die durch Bewegungsmelder gesteuert wird, ist somit die ideale Lösung. Sie sorgt für sichere Wege, respektiert die Umwelt und die Nachbarn und kann, wie das Beispiel zeigt, sogar die Rechtssicherheit Ihrer Videoüberwachung erhöhen.
Beginnen Sie noch heute mit der Überprüfung Ihrer System- und Lichteinstellungen, um rechtliche Sicherheit, echten Schutz und den Respekt für Ihre Umgebung zu vereinen.