Küche und Bad

Küche und Bad sind die beiden Räume im Zuhause, in denen Funktionalität und Wohlbefinden unmittelbar zusammentreffen. Während die Küche als Herzstück des täglichen Lebens dient – Ort der Zubereitung, aber auch der Begegnung –, ist das Badezimmer der Rückzugsraum für Körperpflege und Entspannung. Beide Räume stellen besondere Anforderungen: Sie müssen ergonomisch durchdacht, technisch einwandfrei und gleichzeitig ästhetisch ansprechend sein. Gerade in der Schweiz, wo Wohnraum kostbar ist und Qualität grossgeschrieben wird, lohnt sich eine sorgfältige Planung.

Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte bei der Gestaltung von Küche und Bad. Von der ergonomischen Küchenplanung über clevere Stauraumlösungen bis hin zur altersgerechten Badsanierung – hier erfahren Sie, worauf es wirklich ankommt. Ob Neubau, Renovation oder einfache Optimierung: Die richtigen Entscheidungen schaffen Räume, die nicht nur funktional sind, sondern auch jahrelang Freude bereiten.

Küchenplanung: Ergonomie und Funktionalität im Mittelpunkt

Eine gut geplante Küche ist mehr als eine Ansammlung von Schränken und Geräten. Sie folgt den natürlichen Bewegungsabläufen beim Kochen und berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse ihrer Nutzer. Das Ziel ist ein effizienter Workflow, der Ermüdung vorbeugt und das Kochen zum Vergnügen macht.

Die richtige Arbeitshöhe für gesundes Kochen

Die Arbeitshöhe in der Küche ist entscheidend für eine entspannte Körperhaltung. Eine Faustregel besagt: Die Arbeitsfläche sollte sich etwa 10 bis 15 Zentimeter unterhalb des angewinkelten Ellenbogens befinden. Bei einer Körpergrösse von 170 cm bedeutet dies eine Arbeitshöhe von rund 90 cm, während grössere Personen mit 95 bis 100 cm deutlich komfortabler arbeiten. In Schweizer Haushalten, wo oft mehrere Generationen zusammenleben, kann eine höhenverstellbare Arbeitsinsel eine elegante Lösung darstellen. Denken Sie daran: Wer täglich kocht, investiert mit der richtigen Höhe in seine Rückengesundheit.

Workflow optimieren durch durchdachte Raumaufteilung

Das Prinzip des Arbeitsdreiecks – Kühlschrank, Spüle und Herd bilden die Eckpunkte – ist nach wie vor die Grundlage effizienter Küchenplanung. Die Summe aller drei Seiten sollte zwischen 4 und 6 Metern liegen. Stellen Sie sich vor: Sie nehmen Zutaten aus dem Kühlschrank, waschen sie an der Spüle und bereiten sie am Herd zu – dieser Weg sollte kurz und frei von Hindernissen sein. In modernen Küchen wird dieses Konzept erweitert: Vorbereitungszonen, Aufbewahrungszonen und Entsorgungszonen werden logisch zueinander angeordnet, um unnötige Laufwege zu vermeiden.

Clevere Stauraumlösungen für die Küche

Stauraum ist in jeder Küche ein kostbares Gut – besonders in den kompakteren Wohnverhältnissen, wie sie in Schweizer Städten häufig anzutreffen sind. Doch oft schlummert ungenutztes Potenzial in vermeintlich schwierigen Bereichen.

Tote Ecken sinnvoll nutzen

Eckschränke sind berüchtigt für ihre schlechte Zugänglichkeit. Hier verschwinden Töpfe und Pfannen im Niemandsland, während vorne wertvoller Platz ungenutzt bleibt. Moderne Karussell-Systeme oder ausziehbare Ecklösungen schaffen Abhilfe: Mit einem Handgriff wird der gesamte Schrankinhalt sichtbar und erreichbar. Eine weitere clevere Lösung sind Le-Mans-Beschläge, bei denen schwenkbare Tablare den gesamten Eckbereich erschliessen. Investitionen in solche Systeme amortisieren sich schnell durch die gewonnene Nutzfläche – in einer durchschnittlichen Küche können so zusätzliche 30 bis 40 Prozent Stauraum erschlossen werden.

Organisation in Schubladen und Schränken

Die Zeiten, in denen Besteck lose in einer Schublade lag, sind vorbei. Durchdachte Einteilungssysteme schaffen Ordnung und Übersicht. Für Schubladen gilt: Variabel anpassbare Trennsysteme sind starren Einsätzen vorzuziehen, da sie sich an wechselnde Bedürfnisse anpassen lassen. Tiefe Schubladen eignen sich hervorragend für Töpfe, wenn sie mit mehreren Ebenen ausgestattet werden. Ein praktischer Tipp: Lagern Sie häufig genutzte Gegenstände in Schubladen zwischen Hüft- und Schulterhöhe – so vermeiden Sie ständiges Bücken und Strecken. In der obersten Schublade unter der Arbeitsfläche finden Messer, Schäler und andere Werkzeuge ihren idealen Platz.

Technische Ausstattung: Dunstabzug und Beleuchtung

Zwei oft unterschätzte Faktoren für eine komfortable Küche sind eine effiziente Dunstabzugshaube und eine durchdachte Beleuchtung. Beide haben direkte Auswirkungen auf Luftqualität, Sicherheit und Arbeitskomfort.

Das passende Dunstabzugssystem wählen

Beim Kochen entstehen Feuchtigkeit, Gerüche und Fettpartikel, die ohne wirksamen Abzug die Raumluft belasten und sich auf Oberflächen ablagern. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Abluft- und Umluftbetrieb. Abluftsysteme leiten die Küchenluft nach aussen ab und sind deutlich effektiver – vorausgesetzt, ein Wanddurchbruch ist möglich. In Schweizer Mietwohnungen oder denkmalgeschützten Gebäuden sind oft Umluftlösungen gefragt, die mit Aktivkohlefiltern arbeiten. Die Leistung sollte mindestens dem 6- bis 12-fachen des Raumvolumens pro Stunde entsprechen. Wichtig: Eine leise arbeitende Haube (unter 60 Dezibel) macht auch bei längeren Kochsessions keinen Lärm.

Optimale Beleuchtung der Arbeitsfläche

Schlechtes Licht in der Küche ist nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich: Beim Schneiden mit scharfen Messern oder beim Hantieren mit heissen Töpfen ist gute Sicht unerlässlich. Die Grundbeleuchtung sollte durch gezielte Arbeitslichtquellen ergänzt werden. LED-Leisten unter Hängeschränken leuchten die Arbeitsfläche direkt und schattenfrei aus. Mit einer Helligkeit von mindestens 500 Lux im Arbeitsbereich schaffen Sie optimale Bedingungen. Moderne Systeme bieten zudem einstellbare Farbtemperaturen: Kaltweisses Licht (5000-6000 Kelvin) wirkt aktivierend und eignet sich perfekt für die Küchenarbeit, während warmweisse Töne (2700-3000 Kelvin) eine gemütliche Atmosphäre für gemeinsame Mahlzeiten schaffen.

Barrierefreie und stilvolle Badsanierung

Das Badezimmer muss über Jahrzehnte hinweg funktionieren – idealerweise vom jungen Erwachsenenalter bis ins hohe Alter. Eine vorausschauende Planung verbindet Sicherheit und Komfort mit ansprechendem Design.

Altersgerechte Planung ohne Kompromisse beim Design

Barrierefreiheit wird oft mit Krankenhausästhetik assoziiert – ein überholtes Vorurteil. Moderne altersgerechte Bäder sind stilvoll und zeitlos. Bodengleiche Duschen ohne Schwelle sehen nicht nur elegant aus, sondern erleichtern auch den Zugang mit Gehhilfen oder Rollstuhl. Grossformatige Fliesen reduzieren die Anzahl der Fugen und wirken modern. Haltegriffe müssen nicht mehr nach Pflegeeinrichtung aussehen: In mattem Schwarz oder gebürstetem Edelstahl werden sie zum Designelement. Schweizer Fachbetriebe bieten zunehmend Komplettlösungen an, bei denen Barrierefreiheit von Anfang an mitgedacht wird – ein wichtiger Aspekt, da nachträgliche Umbauten oft kostspielig sind.

Rutschfestigkeit für mehr Sicherheit

Auf nassen Fliesen auszurutschen gehört zu den häufigsten Unfallursachen im Haushalt. Die Rutschfestigkeit von Bodenbelägen wird in Bewertungsklassen eingeteilt: R9 bis R13, wobei höhere Werte mehr Sicherheit bedeuten. Für Badezimmer werden mindestens R10 empfohlen, im Duschbereich idealerweise R11. Alternativ bieten strukturierte Fliesen oder Naturstein mit leichter Rauheit guten Halt, ohne dass der Boden unangenehm rau wirkt. Auch textile Lösungen wie rutschfeste Badematten mit saugfähigem Material schaffen zusätzliche Sicherheit, sollten aber regelmässig gewaschen werden, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Funktionale Badgestaltung: Licht und Stauraum

Ein durchdachtes Lichtkonzept und intelligente Stauraumlösungen verwandeln das Badezimmer von einem rein funktionalen Raum in eine Wohlfühloase.

Die richtige Spiegelbeleuchtung

Beim Blick in den Spiegel am Morgen entscheidet die Beleuchtung über Frust oder gute Laune. Licht, das nur von oben kommt, wirft harte Schatten und verfälscht das Erscheinungsbild. Ideal ist eine seitliche Beleuchtung auf Gesichtshöhe, ergänzt durch Licht von oben. Viele moderne Badspiegel haben bereits integrierte LED-Beleuchtung, die gleichmässig und schattenfrei ausleuchtet. Achten Sie auf eine Farbtemperatur um 4000 Kelvin – neutralweiss – die Hauttöne natürlich wiedergibt. Dimmbare Lösungen erlauben zudem die Anpassung der Helligkeit: hell für präzise Rasur oder Make-up, gedimmt für ein entspannendes Bad am Abend.

Stauraum in Feuchträumen clever planen

Im Bad müssen zahlreiche Gegenstände untergebracht werden: von Handtüchern über Pflegeprodukte bis hin zu Reinigungsmitteln. Die Herausforderung: Hohe Luftfeuchtigkeit stellt besondere Anforderungen an Materialien. Wasserresistente Materialien wie Glas, Edelstahl oder speziell behandeltes Holz sind Pflicht. Wandnischen in der Dusche bieten eleganten Stauraum ohne zusätzliche Regalbretter, die Wasser sammeln könnten. Hochschränke nutzen die Raumhöhe optimal aus, sollten aber belüftet sein – geschlossene Schränke in Feuchträumen benötigen gelegentliches Lüften. Ein praktischer Tipp: Nutzen Sie den Raum unter dem Waschtisch mit ausziehbaren Schubladensystemen statt traditioneller Türen – so ist alles griffbereit und übersichtlich.

Hygiene und Komfort im Badezimmer

Ein gesundes Raumklima und moderne Hygienelösungen machen das Badezimmer zum echten Komfortbereich.

Schimmelprävention durch richtige Materialwahl

Schimmel ist der Feind jedes Badezimmers. Die Kombination aus Feuchtigkeit und Wärme schafft ideale Bedingungen für sein Wachstum. Vorbeugen ist deutlich einfacher als Bekämpfen. Fugenlose Oberflächen oder grossformatige Fliesen mit minimal nötigen Fugen reduzieren Angriffsflächen. Silikonfreie Fugenmassen auf Epoxidharzbasis sind langlebiger und schimmelresistenter als herkömmliche Produkte. Bei der Wandgestaltung sollten Sie auf atmungsaktive Materialien achten: Mineralische Putze oder spezielle Feuchtraumfarben mit Anti-Schimmel-Eigenschaften helfen. Ebenso wichtig: Eine effektive Lüftung, idealerweise durch ein Fenster oder einen leistungsstarken Ventilator, der die feuchte Luft nach aussen befördert. In der Schweiz empfehlen Fachleute, nach dem Duschen mindestens 10 Minuten zu lüften.

Dusch-WC nachrüsten

Was in Japan seit Jahrzehnten Standard ist, setzt sich auch in Schweizer Haushalten zunehmend durch: das Dusch-WC. Diese Kombination aus WC und Bidet bietet mehr Hygiene und Komfort. Die warme Wasserstrahlung reinigt gründlicher als Toilettenpapier und ist besonders für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Hautempfindlichkeiten eine Erleichterung. Die gute Nachricht: Auch in bestehenden Badezimmern lässt sich ein Dusch-WC nachrüsten, sofern ein Stromanschluss in der Nähe ist. Von einfachen Aufsätzen bis zu Komplettanlagen mit Warmlufttrocknung und individuellen Einstellungen reicht das Angebot. Bei der Planung sollten Sie bedenken, dass hochwertige Modelle auch nach Jahren noch hygienisch einwandfrei funktionieren – eine Investition, die sich in Komfort und Lebensqualität auszahlt.

Küche und Bad sind Räume, in denen sich durchdachte Planung täglich auszahlt. Ergonomische Arbeitshöhen verhindern Rückenschmerzen, clevere Stauraumlösungen schaffen Ordnung, und barrierefreie Gestaltung sorgt für Sicherheit über Generationen hinweg. Ob Sie eine Komplettsanierung planen oder schrittweise Verbesserungen umsetzen möchten: Jede Optimierung trägt dazu bei, dass diese zentralen Wohnräume ihre Funktionen optimal erfüllen und gleichzeitig Lebensqualität schenken.

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