Veröffentlicht am März 15, 2024

Die perfekte «Eierlegende Wollmilchsau» für die Terrasse existiert nicht durch den Kauf eines Möbelstücks, sondern durch das bewusste Anwenden ergonomischer Prinzipien.

  • Die ideale Sitzhöhe zum Essen beträgt 40-48 cm, eine Höhe, die typische Lounges um bis zu 15 cm unterschreiten und so eine ungesunde Haltung erzwingen.
  • Faktoren wie Materialwahl, Mobilität und Witterungsschutz sind in der Schweiz keine Designfragen, sondern entscheidend für die Langlebigkeit und den Nutzwert Ihrer Investition.

Empfehlung: Konzentrieren Sie sich weniger auf die Kategorie «Lounge» oder «Dining» und mehr auf anpassbare Module und Mikro-Anpassungen (z.B. Kissen), um Ihre Aussenfläche für jede Nutzungssituation aktiv zu optimieren.

Die Suche nach der perfekten Möblierung für die Terrasse oder den Balkon in der Schweiz gleicht oft der Jagd nach einem Fabelwesen: der «Eierlegenden Wollmilchsau». Ein Set, das elegant für den Apéro mit Freunden ist, bequem für das Mittagsschläfchen in der Sonne und funktional für das Grillfest mit der ganzen Familie. Die Industrie antwortet darauf mit modularen Lounge-Systemen, die maximale Flexibilität versprechen. Doch genau hier lauert eine subtile, aber folgenschwere ergonomische Falle. Viele Käufer stellen erst nach der ersten Grillsaison fest: Auf ihrer sündhaft teuren und wunderschönen Lounge lässt es sich partout nicht vernünftig essen.

Die üblichen Ratschläge konzentrieren sich auf Materialkunde – Polyrattan versus Aluminium, Teakholzpflege und UV-beständige Stoffe. Das sind wichtige Aspekte, die wir auch beleuchten werden. Aber sie kratzen nur an der Oberfläche des wahren Problems. Die entscheidende Frage wird selten gestellt: Wie kann ein Möbelstück, das für passives Entspannen konzipiert ist, jemals eine aktive, gesunde Sitzhaltung beim Essen unterstützen? Die Antwort ist ernüchternd: von sich aus gar nicht. Doch was, wenn der Schlüssel nicht im perfekten Möbelstück liegt, sondern im Wissen, wie man ein gutes System an die jeweilige Situation anpasst?

Dieser Artikel bricht mit der starren Unterteilung in «Dining» und «Lounge». Als Ihr persönlicher Ergonomie-Berater für den Aussenbereich zeige ich Ihnen, warum die Sitzhöhe der Dreh- und Angelpunkt ist. Wir analysieren, warum eine zu tiefe Sitzfläche Rückenschmerzen verursacht und wie Sie die typischen Nutzungsprobleme – von der Lagerung im Winter über Windstösse bis zu Flecken von der Grillparty – elegant lösen. Ziel ist es, Ihnen nicht nur ein Möbel zu empfehlen, sondern Ihnen die Kompetenz zu vermitteln, den Nutzwert Ihrer kostbaren Schweizer Aussenfläche zu maximieren.

In den folgenden Abschnitten finden Sie eine umfassende Analyse der entscheidenden Faktoren, die aus einer schönen Terrasse einen wirklich funktionalen und ergonomischen Lebensraum machen. Wir behandeln alles von der cleveren Winterlagerung über die Materialschlacht bis hin zu den entscheidenden ergonomischen Details.

Wie bauen Sie eine Lounge um, wenn Sie im Winter weniger Platz im Keller haben?

Die viel gepriesene Modularität von Lounge-Möbeln zeigt ihren wahren Wert oft erst am Ende der Saison. Wer in einer Schweizer Stadtwohnung mit begrenztem Kellerraum lebt, steht vor einer logistischen Herausforderung. Die Flexibilität im Sommer wird zur Belastung im Winter. Wirklich durchdachte Systeme zeichnen sich nicht nur durch variable Anordnungsmöglichkeiten aus, sondern auch durch ein intelligentes Stapel- und Lagerkonzept. Leichte Aluminiumrahmen und geometrisch aufeinander abgestimmte Module können den benötigten Stauraum um mehr als die Hälfte reduzieren. Es geht darum, nicht nur in Quadratmetern auf der Terrasse, sondern auch in Kubikmetern im Keller zu denken.

Modulare Loungemöbel platzsparend für Winterlagerung gestapelt

Für Bewohner, denen selbst dieser optimierte Platz fehlt, etabliert sich in der Schweiz eine zunehmend beliebte Alternative. Professionelle Einlagerungsdienste bieten eine komfortable Komplettlösung, die weit über die reine Lagerung hinausgeht und den Gedanken der Wertmaximierung der Wohnfläche konsequent zu Ende denkt.

Fallbeispiel: Professionelle Einlagerung als smarte Lösung

In Schweizer Städten wie Zürich und Basel nutzen immer mehr Bewohner von Stadtwohnungen professionelle Einlagerungsdienste für ihre Gartenmöbel. Diese Services holen die Möbel im Herbst ab, reinigen sie gründlich und lagern sie fachgerecht bis zum Frühling ein – eine stressfreie Lösung für Wohnungen ohne ausreichenden Kellerraum, die wertvollen Platz im eigenen Zuhause freihält.

Die Entscheidung für ein modulares System sollte also immer auch die Frage der Überwinterung beinhalten. Ein System, das sich kompakt verstauen lässt oder für das es externe Servicelösungen gibt, ist eine nachhaltigere und stressfreiere Investition.

Ist der neue Kordel-Trend (Rope) langlebiger als das klassische Geflecht?

Seit Jahren dominiert Polyrattan-Geflecht den Markt für Outdoor-Möbel. Es ist pflegeleicht und witterungsbeständig. Doch ein neuer Trend erobert die Terrassen: Möbel mit einer Bespannung aus «Rope», einer Art Seil oder Kordel, meist aus Polypropylen gefertigt. Optisch wirkt Rope oft filigraner und moderner, doch die entscheidende Frage für einen Ergonomie-Berater ist die der Langlebigkeit und Funktionalität. Im direkten Vergleich zeigen sich klare Unterschiede, die über reine Ästhetik hinausgehen.

Rope hat den Vorteil, dass es sich in der prallen Sonne kaum aufheizt, was den Sitzkomfort an heissen Tagen deutlich erhöht. Zudem ist es oft möglich, einzelne beschädigte Seile zu ersetzen, während bei einem Geflecht meist das gesamte Möbelstück betroffen ist. Die UV-Beständigkeit ist bei hochwertigem Rope exzellent, was die Farben lange frisch hält. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick.

Materialvergleich: Rope vs. Polyrattan
Eigenschaft Rope (Polypropylen) Polyrattan (PE)
UV-Beständigkeit Sehr hoch Hoch
Wärmeentwicklung Bleibt kühl Heizt sich auf
Reparierbarkeit Einzelne Seile austauschbar Komplettaustausch nötig
Reinigung Mit mildem Spülwasser Mit mildem Spülwasser
Lebensdauer 15-20 Jahre 10-15 Jahre

Allerdings gibt es auch bei Rope enorme Qualitätsunterschiede. Wie Experten betonen, ist die Wahl eines Markenprodukts entscheidend für die Langlebigkeit. Billige Varianten können schnell ausbleichen oder an Reissfestigkeit verlieren. Wie die Gartenmöbel-Experten von Bacz in ihren Pflegehinweisen zu Rope anmerken:

Rope-Material ist wasserabweisend, aber nicht wasserdicht. Es gibt verschiedene Qualitätsstufen, wobei ein Markenprodukt einem ‚No-Name‘ Produkt vorzuziehen ist, da insbesondere die UV-Beständigkeit erheblich höher ist.

– Gartenmöbel Bacz, Pflege- & Produkthinweise Rope/Seil

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass hochwertiges Rope dem klassischen Geflecht in Sachen Langlebigkeit und Komfort überlegen sein kann. Es ist eine Investition, die sich durch eine längere Lebensdauer und bessere Reparierbarkeit auszahlt.

Sonnencreme und Grillfett: Welche Stoffe verzeihen Gartenpartys?

Eine Lounge auf der Terrasse ist ein Ort des Lebens. Und wo gelebt wird, passieren Missgeschicke. Ein Glas Rotwein kippt um, die Kinder schmieren mit Sonnencreme verschmierte Hände an den Polstern ab, und Fettspritzer vom Grill landen zielsicher auf dem hellen Kissen. Die Wahl des richtigen Outdoor-Stoffes ist daher keine Frage des Designs, sondern eine der Praxistauglichkeit. Moderne Hochleistungsstoffe wie Sunbrella oder Agora sind speziell dafür entwickelt, diesen Herausforderungen standzuhalten.

Diese Stoffe sind nicht nur oberflächlich imprägniert, sondern durchgefärbt. Das bedeutet, dass die Farbe tief in der Faser verankert ist und nicht durch UV-Strahlung oder Reinigungsmittel ausbleichen kann. Ihre Webart ist so dicht, dass Flüssigkeiten zunächst abperlen und nicht sofort eindringen. Das gibt Ihnen das entscheidende Zeitfenster, um Flecken zu entfernen, bevor sie sich festsetzen können. Die visuelle Darstellung zeigt, wie sich Flüssigkeiten auf hochwertigen Stoffen verhalten.

Verschiedene Outdoor-Stoffe nach typischer Schweizer Grillparty im Vergleich

Der wichtigste Grundsatz bei Flecken lautet: sofort handeln. Tupfen Sie Flüssigkeiten immer mit einem sauberen, trockenen Tuch ab, anstatt zu reiben. Für die meisten alltäglichen Verschmutzungen genügt eine milde Seifenlauge. Bei hartnäckigeren Flecken gibt es spezielle Reiniger, die auf den jeweiligen Stofftyp abgestimmt sind.

  • Behandeln Sie Flecken auf Sunbrella-Stoffen idealerweise mit einem darauf abgestimmten Textil- & Rope-Reiniger.
  • Tupfen Sie frische Flecken sofort mit einem sauberen Tuch ab, um das Eindringen zu verhindern.
  • Verwenden Sie für Olefin-Bezüge eine milde Seifenlauge und lauwarmes Wasser.
  • Nach einer gründlichen Reinigung empfiehlt sich ein Textil-Versiegler, um den Schutz zu erneuern.
  • Setzen Sie bei Agora-Stoffen niemals scharfe Reinigungsmittel oder Bleiche ein.
  • Achten Sie beim Kauf auf Bezüge mit Reissverschluss. Diese können oft einfach in der Maschine gewaschen werden, was die Grundreinigung erheblich erleichtert.

Wie verhindern Sie, dass Ihre Kissen beim ersten Windstoß beim Nachbarn landen?

In der Schweiz sind starke Winde wie der Föhn in den Alpentälern oder die Bise im Mittelland keine Seltenheit. Für Terrassenbesitzer wird dies schnell zu einem Ärgernis und einem Haftungsrisiko. Herumfliegende Kissen sind nicht nur lästig, sondern können auch Schäden verursachen. Die landläufige Lösung – Kissen bei Nichtgebrauch in einer Box zu verstauen – ist unpraktisch und widerspricht dem Wunsch nach spontaner Nutzung. Wirkliche Abhilfe schaffen nur durchdachte Befestigungssysteme.

Clevere Hersteller haben dieses Problem erkannt und spezifische Lösungen entwickelt, die über einfache Bänder hinausgehen. Diese Systeme kombinieren oft mehrere Ansätze, um einen sicheren Halt zu garantieren, ohne den Komfort oder die Ästhetik zu beeinträchtigen.

Fallbeispiel: Föhn- und Bise-sichere Kissenhalterungen

Schweizer Hersteller wie Schaffner haben spezielle Kissenhalterungen entwickelt, die den starken Fallwinden in Alpentälern standhalten. Diese verwenden oft eine Kombination aus starken Klettverschlüssen, die unter dem Sitzmöbel fixiert werden, und einem strategisch beschwerten Schaumstoffkern. Dieser kann das Eigengewicht eines Kissens um bis zu 30% erhöhen, ohne dass der Komfort spürbar leidet, und verhindert so effektiv ein Abheben bei Windböen.

Neben dem praktischen Aspekt gibt es eine entscheidende rechtliche Komponente, die jeder Eigentümer kennen sollte. Die Verantwortung für Gegenstände, die von der eigenen Terrasse oder dem Balkon wehen, ist klar geregelt und sollte nicht unterschätzt werden. Eine Studie zum Schweizer Stockwerkeigentum bestätigt, dass im Schadensfall der Besitzer vollumfänglich für Schäden durch herumfliegende Gegenstände haftet. Diese 100%ige Haftung macht eine adäquate Sicherung der Kissen von einer reinen Komfortfrage zu einer rechtlichen Notwendigkeit.

Die Investition in eine Lounge mit integrierten oder nachrüstbaren Anti-Rutsch- und Befestigungssystemen ist also eine kluge Vorsorgemassnahme, die Ärger, Kosten und Streit mit den Nachbarn erspart.

Alu oder Holz: Was können Sie alleine verschieben, wenn die Sonne wandert?

Die Terrasse ist ein dynamischer Ort. Die Sonne wandert, der Schatten bewegt sich mit ihr, und oft möchte man die Ausrichtung seiner Möbel im Laufe des Tages anpassen. Hier spielt das Material des Rahmens eine entscheidende Rolle, die oft unterschätzt wird. Die Frage «Aluminium oder Holz?» ist nicht nur eine ästhetische, sondern vor allem eine der Mobilität und Handhabbarkeit im Alltag. Das Gewicht der Möbel bestimmt, ob Sie Ihre Lounge spontan alleine umstellen können oder ob jede Neuanordnung zu einem Kraftakt wird.

Die Unterschiede sind signifikant. Während ein typischer Aluminium-2er-Sitzer oft nur 15-20 kg wiegt, bringt ein vergleichbares Modell aus massivem Teakholz schnell 35-50 kg auf die Waage. Aluminium ist daher die erste Wahl für alle, die maximale Flexibilität und die Möglichkeit zur spontanen Umgestaltung schätzen. Holz hingegen punktet mit seiner natürlichen Haptik und massiven Präsenz, erfordert aber eine sorgfältigere Planung der Aufstellung.

Doch auch schwere Holzmöbel können mobil gemacht werden. Der Schlüssel liegt in der Kombination der Materialien und dem Einsatz von cleverem Zubehör. Anstatt eines kompletten Holz-Sets können Sie beispielsweise ein schweres, stabiles Basiselement aus Holz mit leichten Sesseln aus Aluminium kombinieren. So bewahren Sie die warme Ästhetik, gewinnen aber an Flexibilität.

Ihr Fahrplan für ein mobiles Outdoor-System

  1. Rollen prüfen: Wählen Sie für schwere Basiselemente (besonders aus Holz) feststellbare Rollen, um sie bei Bedarf bewegen zu können.
  2. Boden schützen: Verwenden Sie bodenschonende Gleiter unter den Möbelfüssen, um Kratzer auf Terrassenplatten oder Holzböden zu vermeiden.
  3. Materialien mixen: Kombinieren Sie schwere, stationäre Elemente (z.B. ein Holz-Sofa) mit leichten, mobilen Stücken (z.B. Alu-Sessel), die leicht zu verschieben sind.
  4. Rollendurchmesser beachten: Für unebene Flächen wie Gartenplatten mit Fugen sollten die Rollen einen Durchmesser von mindestens 5 cm haben, um nicht stecken zu bleiben.
  5. Sicherheit gewährleisten: Installieren Sie ein Bremssystem oder nutzen Sie Keile, um ein Wegrollen bei Wind (insbesondere Föhn) oder auf leicht abschüssigen Terrassen zu verhindern.

Die Entscheidung für Alu oder Holz ist somit eine Abwägung zwischen gewünschter Mobilität und ästhetischer Präferenz. Ein durchdachtes System ermöglicht jedoch auch bei schweren Materialien eine überraschend hohe Flexibilität.

Warum verursacht eine zu tiefe Sitzfläche Rückenschmerzen beim Fernsehen?

Dieses Prinzip gilt nicht nur für das Sofa im Wohnzimmer, sondern auch für die Lounge auf der Terrasse. Eine zu tiefe Sitzfläche ist eine der häufigsten ergonomischen Fallen. Sie zwingt den Körper in eine passive, zusammengesackte Haltung. Beim Sitzen rutscht das Becken nach vorne, der untere Rücken rundet sich unnatürlich und verliert seine stützende Lordose-Krümmung. Die Bandscheiben werden einseitig belastet, und die Rückenmuskulatur muss permanent gegensteuern, was zu Verspannungen und Schmerzen führt.

Dieses Problem ist in der Schweiz weit verbreitet. Eine Gesundheitsstudie des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeigte bereits vor einigen Jahren ein alarmierendes Bild, das heute nicht minder relevant ist.

Im Jahr 2012 erhob das Bundesamt für Statistik, dass fast 80% der Schweizer Bevölkerung mindestens geringfügige Beschwerden in Rücken oder Kreuz verspürt – davon hat im Durchschnitt fast jeder Sechste sogar starke Rücken- oder Kreuzschmerzen.

– Bundesamt für Statistik (BFS), Gesundheitsstudie Schweiz 2012

Eine tiefe Sitzfläche mag auf den ersten Blick gemütlich wirken, weil sie zum «Hineinlümmeln» einlädt. Für kurze Momente ist das unproblematisch. Verbringt man jedoch längere Zeit in dieser Position – sei es beim Lesen eines Buches oder beim abendlichen Gespräch – rächt sich die schlechte Haltung. Ein einfacher Test, die «Aufsteh-Probe», entlarvt eine zu tiefe Lounge sofort.

  1. Setzen Sie sich ganz normal und entspannt in die Lounge und lehnen Sie sich zurück.
  2. Versuchen Sie nun, aufzustehen, ohne Ihre Hände oder Arme zur Hilfe zu nehmen.
  3. Müssen Sie sich mit den Händen auf den Armlehnen oder den Knien abstützen, um hochzukommen? Dann ist die Sitzfläche für eine gesunde Haltung zu tief.
  4. Testen Sie als Gegenprobe ein festes Keilkissen, um die Sitzfläche zu erhöhen, oder ein zusätzliches Rückenkissen, um die Sitztiefe zu reduzieren.
  5. Die ideale Position ist erreicht, wenn Ihre Knie und Ihre Hüfte beim Sitzen ungefähr einen 90-Grad-Winkel bilden und Ihre Füsse flach auf dem Boden stehen.

Achten Sie daher beim Kauf nicht nur auf die Optik, sondern führen Sie aktiv diesen Test durch. Ihre Bandscheiben werden es Ihnen danken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die optimale Sitzhöhe zum Essen liegt bei 40-48 cm; die meisten Lounges sind signifikant tiefer, was eine gesunde Haltung verhindert.
  • In der Schweiz ist die Sicherung von Möbeln und Kissen gegen Wind (Föhn, Bise) aufgrund der vollen Haftung des Eigentümers eine rechtliche Notwendigkeit.
  • Die Wertmaximierung Ihrer teuren Aussenfläche gelingt nicht durch ein Möbelstück, sondern durch das Wissen um ergonomische Mikro-Anpassungen für jede Nutzungssituation.

Design oder Funktion: Wann sollten Sie niemals auf Bequemlichkeit verzichten?

Die Antwort ist einfach: niemals. Doch die Definition von Bequemlichkeit ist komplexer, als es scheint. Es ist der entscheidende Punkt, an dem sich die Geister scheiden und der die Kernfrage dieses Artikels beantwortet. Wahre Bequemlichkeit ist nicht das Gefühl, in einem weichen Kissen zu versinken. Wahre Bequemlichkeit ist die Abwesenheit von Unbehagen, auch nach längerer Zeit. Und genau hier versagen die meisten tiefen Lounges, wenn es ums Essen geht. Für die aktive, aufrechte Haltung, die wir beim Essen benötigen, empfehlen Schweizer Möbelexperten für durchschnittliche Körpergrössen eine Sitzhöhe von 40-48 cm bei einer Tischhöhe von 72-75 cm. Eine typische Lounge liegt bei 30-35 cm Sitzhöhe – ein fataler Unterschied, der zu einer gekrümmten und ungesunden Haltung führt.

Man könnte argumentieren, dass man die meiste Zeit ohnehin nur entspannt. Doch Studien zum Nutzungsverhalten zeigen, dass man auf Terrassen und Balkonen 80% der Zeit sitzend oder liegend verbringt. Diese lange Dauer macht die Ergonomie zum entscheidenden Faktor. Ein Kompromiss bei der Bequemlichkeit bedeutet, dass Sie Ihre teuer bezahlte Aussenfläche weniger nutzen werden. In einem Land mit hohen Immobilienpreisen ist das eine schlechte Investition.

Fallstudie: Schweizer Immobilienpreise und die Maximierung des Nutzwerts

Bei durchschnittlichen Quadratmeterpreisen von CHF 7’000-12’000 in Schweizer Städten wird der Aussenbereich zum teuren ‚zweiten Wohnzimmer‘. Eine Investition in wirklich komfortable, ergonomisch durchdachte Loungemöbel maximiert den Nutzwert dieser kostspieligen Fläche. Jeder Moment, den Sie dank hohem Komfort länger und lieber draussen verbringen, steigert die Lebensqualität und die Rendite Ihrer Immobilieninvestition.

Die Lösung für die «Eierlegende Wollmilchsau» ist also nicht ein Möbel, sondern ein System von Mikro-Anpassungen. Wählen Sie eine Lounge mit einer eher festen Polsterung und einer moderaten Sitzhöhe (um die 40 cm). Nutzen Sie für das entspannte Loungen weiche Zusatzkissen und zum Essen ein festes Keilkissen, das die Sitzhöhe temporär auf das ergonomische Ess-Niveau anhebt. Dies ist der wahre Luxus: nicht das Design, sondern die Fähigkeit, den eigenen Komfort aktiv zu gestalten.

Person testet Loungemöbel über längere Zeit für optimalen Komfort

Muss Teakholz wirklich grau werden oder ist das mangelnde Pflege?

Es ist eine der am häufigsten gestellten Fragen bei der Pflege von Holz-Gartenmöbeln: Die silbergraue Schicht, die sich im Laufe der Zeit auf Teakholz bildet. Viele interpretieren dies als Zeichen von Verwitterung oder mangelnder Pflege. In Wahrheit handelt es sich jedoch um einen natürlichen und schützenden Prozess. Das Holz reagiert auf UV-Strahlung und Witterung, indem es an der Oberfläche Lignin und Farbpigmente abbaut. Was zurückbleibt, ist eine hauchdünne Schicht aus Zellulosefasern – die sogenannte Patina.

Diese Patina ist kein Mangel, sondern ein Qualitätsmerkmal. Sie schützt das darunterliegende Holz effektiv vor der Witterung und verleiht den Möbeln eine edle, charaktervolle Optik. Wie Experten für Teakholzmöbel hervorheben, ist dieser Prozess ein Zeichen für die Robustheit des Materials.

Insbesondere bei Teakholz ist die Patina besonders hell-silbrig, was älteren Teakholzmöbeln eine gewisse Eleganz verleiht. Die graue Schicht schützt das Holz vor der starken UV-Strahlung und ist nur Bruchteile eines Millimeters dick.

– Matahari Teakholz-Experten, Pflege von Teakholzmöbeln – Natürlicher Schutzprozess

Die Entscheidung, ob Teakholz grau werden darf, ist also eine rein ästhetische Wahl, keine Frage der Haltbarkeit. Wer den ursprünglichen, warmen Holzton erhalten möchte, muss aktiv eingreifen. Dies erfordert eine regelmässige Pflege, die jedoch mit Bedacht durchgeführt werden sollte.

  • Behandeln Sie das Holz nur 1-2 Mal pro Saison mit einem speziellen Teak-Öl. Zu häufiges Ölen kann die Poren verstopfen und zu einer klebrigen Oberfläche führen.
  • Das Holz muss vor dem Ölen vollständig trocken sein, damit das Öl tief einziehen kann.
  • Wenn Sie einen Hochdruckreiniger zur Entfernung der Patina verwenden, wählen Sie einen niedrigen Druck (max. 70 bar) und halten Sie einen Mindestabstand von 30 cm zum Holz ein, um die Fasern nicht zu beschädigen.
  • Alternativ lässt sich die Patina auch mit feinem Schleifpapier (100er bis 240er Körnung) von Hand entfernen.
  • Achten Sie bereits beim Kauf auf ein FSC-Zertifikat. Es garantiert, dass das Holz aus nachhaltig und verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt.

Ob Sie die elegante graue Patina zulassen oder den warmen Holzton durch Pflege erhalten, ist letztlich Geschmackssache. Beides ist ein Ausdruck von Qualität und richtigem Umgang mit einem langlebigen Naturmaterial.

Die Gestaltung Ihrer Terrasse ist eine Investition in Ihre Lebensqualität. Indem Sie diese ergonomischen Prinzipien und praktischen Tipps anwenden, verwandeln Sie Ihren Aussenbereich von einer reinen Design-Aussage in einen hochfunktionalen und komfortablen Lebensraum. Beginnen Sie noch heute damit, Ihre «Eierlegende Wollmilchsau» aktiv zu gestalten, anstatt passiv unter einem Kompromiss zu leiden.

Geschrieben von Lukas Emmenegger, Landschaftsarchitekt BSLA spezialisiert auf Balkon- und Terrassengestaltung im urbanen Raum. Er gestaltet seit 14 Jahren Aussenbereiche, die Privatsphäre schaffen und jedem Wetter standhalten.