
Der Verzicht auf die zentrale Deckenleuchte ist kein Mangel, sondern der mutigste Schritt zu einem professionellen Lichtdesign.
- Eine einzige Lichtquelle erzeugt harte Schatten, verkleinert Räume optisch und schafft eine sterile Atmosphäre.
- Durch gezielte „Lichtinseln“ aus Steh-, Wand- und Akzentleuchten modellieren Sie den Raum aktiv und schaffen eine visuelle Hierarchie.
Empfehlung: Beginnen Sie mit der „Deckenbefreiung“ in einem Raum. Ersetzen Sie die zentrale Lampe nicht, sondern eliminieren Sie sie und bauen Sie die Beleuchtung von den Wänden und Ecken her komplett neu auf.
Seit Jahrzehnten gilt sie als unangefochtene Herrscherin unserer Wohnräume: die zentrale Deckenleuchte. Ein einziger Anschluss in der Mitte, eine einzige Lichtquelle, die den Anspruch hat, alles gleichmässig zu erhellen. Doch was, wenn diese Konvention der grösste Feind einer wirklich durchdachten und persönlichen Atmosphäre ist? Was, wenn die wahre Kunst der Beleuchtung nicht darin besteht, einen Raum zu fluten, sondern ihn mit Licht zu modellieren? Viele denken bei Raumgestaltung an Möbel, Farben und vielleicht noch an Textilien. Die Beleuchtung wird oft auf ihre reine Funktion reduziert – es muss hell sein. Doch diese Sichtweise ist überholt.
Als Design-Rebell fragst du dich zu Recht: Muss das so sein? Die Antwort ist ein klares Nein. Der komplette Verzicht auf eine zentrale Deckenleuchte ist kein Kompromiss, den man in Mietwohnungen ohne passenden Anschluss eingeht. Es ist ein bewusster Akt der gestalterischen Befreiung. Es geht darum, die Decke zu entmachten und stattdessen eine dynamische Licht-Architektur zu schaffen, die auf Zonen, Stimmungen und Funktionen reagiert. Anstatt eines einzigen, dominanten Lichtkegels erschaffst du ein Zusammenspiel aus mehreren, subtileren Quellen. Du definierst Lese-Ecken, hebst Kunstwerke hervor und schaffst wohnliche Inseln der Gemütlichkeit. Dieser Artikel ist dein Manifest für die „Deckenbefreiung“. Er zeigt dir nicht nur, warum der Bruch mit der Tradition sinnvoll ist, sondern auch, wie du ihn meisterhaft umsetzt.
In den folgenden Abschnitten erkunden wir, wie Sie die Tyrannei des zentralen Lichts beenden. Wir analysieren, warum eine einzelne Lampe Räume kleiner wirken lässt, und zeigen Ihnen, wie Sie stattdessen mit einer durchdachten Licht-Architektur aus Steh- und Wandleuchten Tiefe und Charakter schaffen.
Inhaltsverzeichnis: Der Leitfaden zur Revolution Ihrer Raumbeleuchtung
- Warum lässt eine einzige Deckenlampe Ihr Zimmer kleiner wirken?
- Wie leuchten Sie einen Raum nur mit Steh- und Wandleuchten aus?
- Deckenleuchte oder Deckenfluter: Was macht niedrige Räume höher?
- Das Staub-Risiko bei großen Schirmen: Welche Lampen sind pflegeleicht?
- Wann ist ein Deckenventilator mit Licht sinnvoll und wann kitschig?
- Wie nutzen Sie Deckenfluter, um niedrige Räume 10cm höher wirken zu lassen?
- Wann ist ein Deckensegel die einzige Lösung für die Sprachverständlichkeit?
- Wie tief darf eine Pendelleuchte über dem Esstisch hängen, ohne den Blick zu stören?
Warum lässt eine einzige Deckenlampe Ihr Zimmer kleiner wirken?
Eine zentrale Deckenleuchte agiert wie ein einzelner, unbarmherziger Scheinwerfer. Sie wirft das Licht senkrecht nach unten und erzeugt harte, scharfkantige Schatten. Objekte werfen dunkle Flecken auf den Boden, Gesichter von Personen im Raum wirken durch den Lichteinfall von oben unvorteilhaft und die Raumecken versinken in Dunkelheit. Dieses Phänomen, bekannt als „monodirektionale Beleuchtung“, lässt einen Raum flach und konturlos erscheinen. Die fehlende Beleuchtung an den vertikalen Flächen – den Wänden – führt dazu, dass die Grenzen des Raumes nicht wahrgenommen werden. Das Ergebnis: Das Zimmer fühlt sich instinktiv kleiner und weniger einladend an.
Darüber hinaus führt eine einzelne, oft zu helle Lichtquelle schnell zu Blendung. Besonders in der Schweizer Gastronomie wird dieser Fehler häufig gemacht und führt dazu, dass sich Gäste unwohl fühlen. Eine unangenehme Blendung ist nicht nur störend, sondern kann in einem privaten Umfeld die Entspannung aktiv verhindern. Statt einer Oase der Ruhe schaffen Sie eine Verhörsituation. Technisch gesehen ist das Problem oft nicht die gesamte Lichtmenge, sondern deren Verteilung. Während Beleuchtungsexperten rund 125 Lumen pro Quadratmeter im Wohnbereich für eine gute Grundhelligkeit empfehlen, ist die Konzentration dieser gesamten Lichtleistung in einem einzigen Punkt ineffizient und unästhetisch. Die Ecken bleiben dunkel, während die Mitte überbelichtet ist.
Die Befreiung von der Deckenleuchte bedeutet also, sich von dieser flächigen, schattenwerfenden Beleuchtung zu lösen und eine visuelle Hierarchie zu schaffen, die dem Raum Tiefe und Dimension verleiht.
Wie leuchten Sie einen Raum nur mit Steh- und Wandleuchten aus?
Die Antwort liegt im Konzept der „Lichtinseln“. Anstatt den gesamten Raum homogen auszuleuchten, schaffen Sie gezielte Zonen mit unterschiedlichen Lichtcharakteren. Dies gelingt durch die Anwendung des bewährten 3-Schichten-Beleuchtungskonzepts, das jedoch ohne die Decke als Ausgangspunkt völlig neu gedacht wird. Sie bauen das Licht von den Wänden und dem Boden auf, nicht von oben herab. Dadurch entsteht eine vielschichtige und flexible Licht-Architektur, die sich an Ihre Bedürfnisse anpasst und besonders in Schweizer Mietwohnungen ohne idealen Deckenanschluss ihre Stärke ausspielt.

Die Umsetzung erfolgt in drei Ebenen, die sich überlagern und ergänzen:
- Schicht 1 – Indirekte Grundbeleuchtung: Anstelle einer Deckenlampe sorgen mehrere Deckenfluter oder nach oben gerichtete Wandleuchten für eine sanfte, diffuse Helligkeit. Das Licht wird von der Decke und den Wänden reflektiert, was den Raum weicher und grösser wirken lässt und harte Schatten vermeidet.
- Schicht 2 – Funktionale Bereichsbeleuchtung: Schaffen Sie gezielte Lichtinseln für bestimmte Aktivitäten. Eine Bogenleuchte über dem Sofa für die Lektüre, eine schwenkbare Wandleuchte neben dem Sessel oder eine schlanke Stehleuchte am Arbeitsplatz. Dieses Licht ist direkt und fokussiert, aber auf einen kleinen Bereich beschränkt.
- Schicht 3 – Atmosphärische Akzentbeleuchtung: Hier geht es um die emotionale Ebene. Kleine Tischleuchten auf Sideboards, LED-Stripes hinter dem Fernseher oder ein gezielter Spot auf ein Bild oder eine Pflanze. Diese Lichtpunkte ziehen den Blick an, schaffen Tiefe und verleihen dem Raum Charakter und Gemütlichkeit.
Durch die bewusste Platzierung dieser Leuchten steuern Sie die Blickführung und modellieren eine lebendige, einladende Atmosphäre, die eine einzelne Deckenlampe niemals erreichen könnte.
Deckenleuchte oder Deckenfluter: Was macht niedrige Räume höher?
Bei niedrigen Decken ist die Wahl der Beleuchtung entscheidend. Eine klassische, nach unten gerichtete Deckenleuchte ist hier der grösste Feind der Raumhöhe. Sie zieht eine harte visuelle Linie unter die Decke und drückt den Raum optisch nach unten. Der Bereich oberhalb der Leuchte verschwindet im Schatten, was die Decke noch niedriger erscheinen lässt. Hier kommt der Deckenfluter als rebellisches Werkzeug ins Spiel. Er kehrt das Prinzip um: Statt das Licht nach unten zu werfen, strahlt er es nach oben an die Decke.
Die Decke wird zur grössten Reflexionsfläche des Raumes. Sie wird hell und gleichmässig ausgeleuchtet, was sie optisch anhebt und den gesamten Raum luftiger und offener wirken lässt. Die Wände werden durch das reflektierte Licht sanft mit erhellt, was die vertikalen Linien betont und den Eindruck von Höhe verstärkt. Indirektes Licht wird im Wohn- und Schlafbereich ohnehin als angenehmer empfunden, da es Blendungen vermeidet. Der folgende Vergleich zeigt die fundamentalen Unterschiede, insbesondere im Kontext typischer Schweizer Wohnsituationen.
| Kriterium | Zentrale Deckenleuchte | Deckenfluter |
|---|---|---|
| Raumhöhenwirkung | Lässt Räume niedriger wirken | Erhöht optisch um bis zu 10cm |
| Schattenbildung | Harte Schatten nach unten | Weiche, indirekte Beleuchtung |
| Eignung für CH-Mietwohnungen | Benötigt Deckenanschluss | Flexibel ohne Installation |
| Energieeffizienz | Direkte Beleuchtung effizienter | Höherer Verbrauch durch Reflexion |
Der leichte Nachteil bei der Energieeffizienz wird durch den enormen Gewinn an Raumgefühl und Wohnqualität mehr als ausgeglichen. Wie eine vergleichende Analyse zeigt, ist die Flexibilität von Deckenflutern in Mietwohnungen ohne bauliche Veränderungen ein unschätzbarer Vorteil.
Für Design-Mutige mit niedrigen Decken ist die Antwort klar: Der Deckenfluter ist keine Notlösung, sondern die überlegene strategische Wahl.
Das Staub-Risiko bei großen Schirmen: Welche Lampen sind pflegeleicht?
Ein rebellisches Lichtkonzept soll inspirieren, nicht zur Last werden. Grosse, kunstvolle Lampenschirme können zwar beeindruckende Akzente setzen, entpuppen sich aber oft als mühsame Staubfänger. Besonders Stoffschirme oder komplexe, filigrane Gebilde erfordern regelmässige und aufwendige Reinigung. Als pragmatischer Innovator suchst du nach Lösungen, die sowohl ästhetisch überzeugen als auch im Alltag einfach zu handhaben sind. Die gute Nachricht: Minimalismus und Pflegeleichtigkeit gehen oft Hand in Hand.
Die Materialwahl ist der entscheidende Faktor für eine wartungsarme Beleuchtung. Glatte, porenfreie Oberflächen verhindern, dass sich Staub und Allergene festsetzen können, und lassen sich mit einem Wisch reinigen. Dies ist besonders im kontext des reduzierten und klaren Swiss Designs ein zentraler Aspekt, bei dem die Form der Funktion folgt – und die Funktion schliesst auch die einfache Instandhaltung mit ein. Konzentriere dich auf folgende Materialien:
- Glas und Metall: Diese Klassiker sind unschlagbar in puncto Hygiene. Ob klares, satiniertes oder farbiges Glas, die Oberfläche ist glatt und lässt sich mühelos feucht abwischen. Leuchten aus gebürstetem Stahl, Chrom oder pulverbeschichtetem Aluminium sind ebenso pflegeleicht.
- Glatter Kunststoff und Acryl: Moderne Kunststoffe bieten enorme Designvielfalt bei minimalem Pflegeaufwand. Achte auf glatte, nicht texturierte Oberflächen. Ein gutes Beispiel sind EGLO Leuchten aus dem widerstandsfähigen Cocoon-Material, das sich besonders leicht reinigen lässt.
- Reduzierte, geometrische Formen: Unabhängig vom Material gilt: Je einfacher die Form, desto weniger Angriffsfläche für Staub. Leuchten ohne unnötige Verzierungen, Rillen oder komplexe Strukturen sind von Natur aus pflegeleichter.
So stellst du sicher, dass deine Licht-Architektur nicht nur heute glänzt, sondern auch in Zukunft mit minimalem Aufwand strahlend schön bleibt.
Wann ist ein Deckenventilator mit Licht sinnvoll und wann kitschig?
Der Deckenventilator mit integrierter Leuchte ist ein Zwitterwesen der Raumgestaltung. Er verspricht, zwei Probleme auf einmal zu lösen: Luftzirkulation und Beleuchtung. Doch gerade diese Doppelfunktion macht ihn zu einem gestalterischen Minenfeld. In 9 von 10 Fällen wirkt die Kombination plump, technisch veraltet und schreit nach Ferienwohnung aus den 90er-Jahren. Der Licht-Rebell in dir sollte also äusserst skeptisch sein. Das Licht ist oft von schlechter Qualität, die Leuchtmittel sind schwer zu wechseln und das Design des Lampenteils ist meist ein liebloser Kompromiss.
Es gibt jedoch zwei spezifische Szenarien, in denen ein Deckenventilator mit Licht eine überlegenswerte, sinnvolle Lösung sein kann. Erstens: In sehr hohen Räumen wie Lofts oder Altbauwohnungen mit Galerie, wo die Luftzirkulation im Winter (warme Luft nach unten drücken) und im Sommer entscheidend ist. Zweitens: In Dachschrägen-Schlafzimmern, wo Platz für eine Stehleuchte fehlt und eine kühle Brise in warmen Schweizer Sommern Gold wert ist. In diesen Fällen wird die Funktion zur obersten Priorität. Doch auch hier gilt es, Kitsch zu vermeiden. Wähle ein extrem minimalistisches Modell mit klaren Linien, Rotorblättern aus Holz oder Metall und einer flachen, unauffälligen LED-Leuchteinheit. Vergiss alles, was an Palmenwedel oder Tulpenlampen erinnert.
Ein entscheidender Faktor für den Einsatz im Schlafzimmer ist der Geräuschpegel. Ein leiser Betrieb ist unerlässlich für einen erholsamen Schlaf. Als Richtwert empfehlen Lärmschutzexperten für Schweizer Wohnungen einen maximalen Geräuschpegel von 35-40 dB. Achte beim Kauf unbedingt auf diese Angabe. Die Lichtfunktion sollte hierbei nur als sanfte Grundbeleuchtung dienen, nicht als primäre Lichtquelle. Für alles andere sind Leseleuchten am Bett zuständig.
In den meisten Wohnräumen lautet die rebellische Antwort: Trenne die Funktionen. Wähle einen stilvollen Ventilator ohne Licht und schaffe eine überlegene Lichtatmosphäre mit separaten, durchdachten Lichtinseln.
Wie nutzen Sie Deckenfluter, um niedrige Räume 10cm höher wirken zu lassen?
Die Fähigkeit von Deckenflutern, niedrige Räume optisch zu strecken, ist keine Magie, sondern angewandte Lichtphysik. Indem sie die Decke in die grösste Lichtquelle des Raumes verwandeln, heben sie diese visuell an. Doch um den Effekt zu maximieren und die versprochenen 10 Zentimeter Raumhöhe wirklich herauszuholen, kommt es auf die richtige Anwendung und ein paar clevere Tricks an. Es reicht nicht, einfach einen beliebigen Fluter in die Raummitte zu stellen.
Ähnlich wie mit Wandfarben können Sie auch mit der richtigen Beleuchtung die Raumwirkung beeinflussen. So können Sie kleine Räume großzügiger wirken lassen und in weiten Zimmern eine gemütliche Atmosphäre schaffen. Dabei kommt es nicht nur auf die Lichtfarbe, sondern auch auf die Lichtmenge an.
– Redaktion selber machen, Magazin für Heimwerker und Eigenheimbesitzer
Diese Aussage unterstreicht, dass Licht ein aktives Gestaltungswerkzeug ist. Mit der folgenden Anleitung perfektionierst du den Einsatz von Deckenflutern und wirst zum Meister der optischen Raumvergrösserung.
Ihr Plan zur optischen Raumstreckung: Deckenfluter-Strategie
- Wählen Sie die richtige Lichtfarbe: Setzen Sie ausschliesslich auf warmweisses Licht. Produkte mit einer Farbtemperatur zwischen 2.700 und 3.000 Kelvin schaffen eine wohnliche, einladende Atmosphäre und lassen die Decke sanft erstrahlen. Kaltes Licht würde steril und ungemütlich wirken.
- Positionieren Sie strategisch: Stellen Sie den Deckenfluter nicht in die Mitte des Raumes, sondern relativ nah an eine Wand. Dadurch entsteht ein sanfter Lichtverlauf über die Decke und ein Teil des Lichts streift die Wand, was zusätzliche vertikale Linien und damit Höhe schafft.
- Kombinieren Sie mit vertikalem Licht: Verstärken Sie den Höheneffekt, indem Sie den Deckenfluter mit einer weiteren vertikalen Lichtlinie kombinieren. Ein schmaler LED-Streifen neben einem hohen Bücherregal oder einer Türzarge zieht den Blick nach oben und unterstützt die Illusion von mehr Höhe.
- Schaffen Sie eine Licht-Mischung: Verlassen Sie sich nicht allein auf das indirekte Licht des Fluters. Ergänzen Sie es mit direkten Lichtquellen wie einer Leseleuchte oder einer kleinen Tischlampe. Diese Mischung aus direktem und indirektem Licht sorgt für Kontraste, Tiefe und einen deutlich höheren Wohlfühlfaktor.
- Überprüfen Sie die Deckenfarbe: Der Trick funktioniert nur mit einer hellen, idealerweise weissen Decke. Eine helle Farbe reflektiert das Licht am besten und maximiert den aufhellenden, raumvergrössernden Effekt.
Du nutzt das Licht nicht nur zur Beleuchtung, sondern formst aktiv die Wahrnehmung der Architektur deines Zuhauses.
Wann ist ein Deckensegel die einzige Lösung für die Sprachverständlichkeit?
In der modernen Architektur, insbesondere bei Bauten im Schweizer Minergie-Standard, dominieren harte, glatte Oberflächen: Beton, Glas, Parkett. Während dies energetisch und ästhetisch oft gewünscht ist, führt es zu einem massiven Problem: schlechter Raumakustik. Schallwellen werden von diesen Oberflächen fast ungehindert reflektiert, was zu einem langen Nachhall und einem unangenehmen, lauten Geräuschpegel führt. Gespräche werden anstrengend, Musik klingt verwaschen und die allgemeine Wohnqualität leidet. Wenn Teppiche, Vorhänge und grosse Polstermöbel nicht ausreichen, um diesen Effekt zu dämpfen, wird eine gezielte akustische Massnahme notwendig.
Ein Deckensegel ist hier oft die eleganteste und effektivste Lösung. Es handelt sich dabei um eine schallabsorbierende Platte, die mit etwas Abstand unter der eigentlichen Decke montiert wird. Sie „schluckt“ den Schall, anstatt ihn zu reflektieren, und reduziert so den Nachhall drastisch. Die Sprachverständlichkeit verbessert sich sofort. Der Clou für den Licht-Rebellen: Ein Deckensegel muss kein Fremdkörper sein. Es kann als integraler Bestandteil des Lichtkonzepts gestaltet werden. Indem man indirekte Beleuchtung (z.B. LED-Bänder) entlang der Ränder des Segels oder integrierte Spots installiert, kombiniert man Akustik- und Lichtlösung auf geniale Weise. Das Segel scheint zu schweben und wird selbst zum Design-Element.
Ein Deckensegel wird zur „einzigen“ Lösung, wenn folgende Bedingungen zutreffen: Der Raum ist gross und offen (z.B. Wohn-Essbereich), die Deckenhöhe erlaubt eine Abhängung von 10-20 cm, und das primäre Problem ist der Nachhall, der Gespräche am Esstisch oder beim Fernsehen stört. In solchen Fällen sind rein textile Lösungen oft nicht ausreichend wirksam. Es ist die ultimative Fusion von Form, Funktion und Atmosphäre, bei der Licht und Akustik eine Symbiose eingehen.
Es ist der Beweis, dass eine durchdachte Decke nicht nur Licht spenden, sondern auch für Ruhe und Klarheit im Raum sorgen kann.
Das Wichtigste in Kürze
- Befreien Sie sich von der zentralen Deckenleuchte, um harte Schatten zu vermeiden und Räume grösser wirken zu lassen.
- Gestalten Sie mit „Lichtinseln“ aus Steh-, Wand- und Akzentleuchten eine dynamische und funktionale Atmosphäre.
- Nutzen Sie Deckenfluter gezielt, um niedrige Decken durch indirekte Beleuchtung optisch anzuheben und ein Gefühl von Weite zu schaffen.
Wie tief darf eine Pendelleuchte über dem Esstisch hängen, ohne den Blick zu stören?
Selbst der konsequenteste Licht-Rebell erkennt an: Es gibt Orte, an denen eine von der Decke hängende Leuchte unersetzlich ist. Der Esstisch ist ein solcher Ort. Hier schafft eine Pendelleuchte eine intime, fokussierte Zone und definiert den Essbereich als sozialen Mittelpunkt des Raumes. Doch die häufigste Sünde bei der Installation ist die falsche Höhe. Hängt sie zu hoch, blendet sie und wirkt verloren. Hängt sie zu tief, blockiert sie den Blickkontakt zum Gegenüber und zerstört die Kommunikation – ein kapitaler Fehler, der die Schweizer Geselligkeit beim Essen empfindlich stört.
Die perfekte Höhe ist ein Balanceakt zwischen optimaler Tischausleuchtung und freier Sichtachse. Als Faustregel gilt eine bewährte Norm: Die Unterkante der Leuchte sollte sich zwischen 75 und 90 cm über der Tischplatte befinden. Diese Höhe stellt sicher, dass der Lichtkegel den Tisch gut ausleuchtet, ohne die am Tisch sitzenden Personen zu blenden. Eine Standardregel, die von Lichtplanern empfohlen wird, bietet einen guten Ausgangspunkt. Allerdings ist dies keine in Stein gemeisselte Vorschrift. Die individuelle Körpergrösse der Bewohner und die Grösse sowie Form der Leuchte spielen ebenfalls eine Rolle.
Für eine massgeschneiderte, unfehlbare Justierung gibt es einen genialen Praxistest – den „Ballon-Test“. Er erlaubt dir, die Wirkung der Lampe zu simulieren, bevor auch nur ein Loch gebohrt wurde:
- Aufblasen: Blase einen Luftballon etwa auf die Grösse des zukünftigen Lampenschirms auf.
- Positionieren: Befestige den Ballon an einer Schnur und hänge ihn provisorisch über die Mitte des Esstisches.
- Testen und Justieren: Setze dich mit anderen Personen an den Tisch. Variiert die Höhe des Ballons, bis jeder sein Gegenüber problemlos sehen kann und sich niemand gestört fühlt. Führt Gespräche, bewegt euch – simuliert eine echte Essenssituation.
- Markieren: Habt ihr die ideale Höhe gefunden, die sowohl den Blickkontakt freigibt als auch eine angenehme Lichtatmosphäre suggeriert, markiert die Position an der Schnur. Das ist eure perfekte Montagehöhe.
So wird die Pendelleuchte nicht zum Störfaktor, sondern zum perfekten Rahmen für gute Gespräche und gemeinsames Geniessen – eine präzise und durchdachte Anwendung von Licht, ganz im Sinne eines wahren Licht-Architekten.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Lichtkonzept ohne Deckenleuchte
Welche Alternativen gibt es zu Deckensegeln für Mieter?
Für Mieter, die keine permanenten baulichen Veränderungen vornehmen dürfen, sind hochwertige Akustik-Wandpaneele eine hervorragende Alternative. Viele Modelle bieten sogar integrierte LED-Beleuchtung und kombinieren so Akustikverbesserung mit atmosphärischem Licht. Eine weitere effektive und reversible Lösung sind schwere Akustikvorhänge, die nicht nur den Schall dämpfen, sondern auch zur wohnlichen Atmosphäre beitragen.
Erhöhen Akustiklösungen den Immobilienwert in der Schweiz?
Ja, professionell installierte Akustiklösungen können den Wert einer Immobilie in der Schweiz spürbar steigern. Eine gute Raumakustik wird zunehmend als Qualitäts- und Komfortmerkmal wahrgenommen, insbesondere in offenen Wohn- und Essbereichen moderner Wohnungen und Häuser. Es signalisiert eine durchdachte und hochwertige Ausstattung, die über den Standard hinausgeht.
Welche Schweizer Unternehmen bieten Akustiklösungen an?
In der Schweiz gibt es mehrere hochspezialisierte Unternehmen im Bereich der Raumakustik. Zu den bekanntesten gehören BASWA acoustic, die für ihre fugenlosen Akustikdecken bekannt sind, und EchoJazz, die innovative und nachhaltige Akustikabsorber aus recycelten PET-Flaschen herstellen und dabei ein starkes Augenmerk auf Design legen.