Veröffentlicht am Mai 15, 2024

Die grösste Fehlannahme bei der Elektroplanung ist, die Anschlüsse nach der aktuellen Möblierung auszurichten. Eine wirklich zukunftssichere Planung ist nutzungsneutral.

  • Grundbeleuchtung und flexible Akzentbeleuchtung müssen getrennt geplant werden, um auf jede Möblierung reagieren zu können.
  • Die massive Bauweise in der Schweiz (Stahlbeton, Minergie) erfordert eine aktive Netzwerkplanung mit Leerrohren für spätere Access Points.

Empfehlung: Planen Sie nicht nur Steckdosen, sondern eine unsichtbare Infrastruktur aus Leerrohren, geschalteten Dosen und Anschlussreserven. Das verhindert teures Aufspitzen der Wände in der Zukunft.

Sie beziehen Ihren perfekt geplanten Neubau oder die frisch renovierte Wohnung. Die Wände sind makellos, der Boden glänzt. Doch nach wenigen Wochen stellt sich Ernüchterung ein: Ein unschönes Verlängerungskabel schlängelt sich quer durch das 25m² grosse Wohnzimmer, weil die neue Leselampe keinen Anschluss findet. Die smarte Musikanlage verliert ständig die Verbindung, und das Licht über dem Esstisch sitzt nach einer kleinen Umräumaktion plötzlich an der falschen Stelle. Dieses Szenario ist der Albtraum vieler Schweizer Bauherren und Renovierer und das direkte Resultat eines fundamentalen Planungsfehlers.

Die meisten Ratgeber empfehlen, genügend Steckdosen zu planen und deren Position an der geplanten Möblierung auszurichten. Doch dieser Ansatz ist kurzsichtig und führt unweigerlich zu Kompromissen. Ihr Leben verändert sich, Möbel werden umgestellt, eine neue Technologie kommt auf den Markt – und plötzlich ist Ihre teure Elektroinstallation nicht mehr funktional. Der Schlüssel liegt nicht darin, die Gegenwart in Beton zu giessen, sondern die Zukunft flexibel zu gestalten. Aber was, wenn der wahre Hebel für eine nachhaltige Elektroplanung gar nicht in der Anzahl der Steckdosen liegt, sondern in einer nutzungsneutralen und vorausschauenden Infrastruktur?

Dieser Artikel durchbricht die traditionelle, möbelzentrierte Sichtweise. Wir agieren als Ihr persönlicher Elektroplaner und zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Wohnzimmer – und darüber hinaus – so planen, dass es sich jedem Lebenswandel anpasst, ohne dass Sie jemals wieder eine Wand aufspitzen müssen. Wir konzentrieren uns auf die unsichtbaren, aber entscheidenden Elemente: von der strategischen Platzierung der Lichtauslässe über die Vorbereitung eines stabilen WLANs in massiven Stahlbetonbauten bis hin zu den Anschlüssen, die 90% der Bauherren vergessen und später teuer bezahlen. So sichern Sie nicht nur den Komfort, sondern auch den langfristigen Wert Ihrer Immobilie.

In den folgenden Abschnitten führen wir Sie Schritt für Schritt durch die Denkweise eines professionellen Planers. Entdecken Sie, wie Sie Licht, Schalter und Netzwerkanschlüsse strategisch so anlegen, dass sie für jede zukünftige Nutzungssituation perfekt vorbereitet sind.

Warum müssen Sie das Licht planen, bevor Sie wissen, wo das Sofa steht?

Die Antwort ist einfach und fundamental: Eine gute Elektroplanung ist nicht möbel-, sondern raum- und nutzungszentriert. Ein Lichtauslass in der Decke ist fix, ein Sofa ist es nicht. Wenn Sie die Beleuchtung auf die Position des Sofas ausrichten, schaffen Sie eine Abhängigkeit, die Sie bei der ersten Umgestaltung bereuen werden. Der professionelle Ansatz trennt daher strikt zwischen der fixen Grundinfrastruktur und der flexiblen Nutzung. Das Ziel ist eine «nutzungsneutrale» Vorbereitung des Raumes, die jede zukünftige Einrichtungsvariante erlaubt, ohne Kompromisse bei der Funktionalität eingehen zu müssen.

Diese vorausschauende Denkweise ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Wirtschaftlichkeit. Änderungen an der Elektroinstallation nach Abschluss der Bauphase, insbesondere das Aufspitzen von Wänden und Decken, sind in der Schweiz extrem kostspielig. Eine durchdachte Planung in der Rohbauphase ist eine Investition, die sich mehrfach auszahlt. Ähnliche Prinzipien gelten auch bei Energiestandards, wo eine frühe Planung entscheidend ist. So ist beispielsweise laut Minergie-Standard die Energiebilanz von zertifizierten Neubauten um bis zu 25% besser, was direkt auf eine ganzheitliche und frühzeitige Planung zurückzuführen ist.

Zur nutzungsneutralen Planung gehört auch die clevere Nutzung von geschalteten Steckdosen. Anstatt einen Deckenanschluss für eine Stehleuchte vorzusehen, die vielleicht nie dort stehen wird, planen Sie eine Steckdose, die über einen Wandschalter bedient wird. So können Sie jede beliebige Leuchte flexibel im Raum platzieren und sie trotzdem komfortabel wie eine fest installierte Lampe schalten. Das ist die Essenz intelligenter Planung: maximale Flexibilität bei minimaler Festlegung.

Ihr Plan für eine nutzungsneutrale Elektroplanung: Die Checkliste

  1. Grund- und Akzentbeleuchtung trennen: Planen Sie eine gleichmässige, dimmbare Grundbeleuchtung für den gesamten Raum. Ergänzen Sie diese mit strategisch platzierten (geschalteten) Steckdosen für flexible Steh- und Tischleuchten.
  2. Leerrohre als Zukunftsversicherung: Installieren Sie an strategischen Punkten (z.B. in Ecken, an langen Wänden) Leerrohre von einer zentralen Verteilerdose aus. So können Sie später ohne Aufwand Lautsprecherkabel, Netzwerkanschlüsse oder neue Schalter nachziehen.
  3. Nutzungsänderungen antizipieren: Könnte das Wohnzimmer später ein Home-Office-Bereich werden? Planen Sie vorsorglich Bodentanks oder zusätzliche Anschlüsse in der Nähe potenzieller Arbeitsflächen.
  4. Anschlüsse dokumentieren: Erstellen Sie einen detaillierten Plan aller Anschlüsse, Leerrohre und Dosen. Dieses Dokument ist für zukünftige Anpassungen oder einen Verkauf der Immobilie Gold wert.
  5. Flexibilität über der Decke: Denken Sie über Stromschienensysteme statt einzelner Lichtauslässe nach. Dies ermöglicht eine vollständige Neupositionierung der Leuchten, ohne die Decke anzutasten.

Wie berechnen Sie die benötigte Lumen-Zahl pro Quadratmeter?

Die Frage nach der «richtigen» Helligkeit ist entscheidend für das Wohlbefinden in einem Raum. Die Einheit dafür ist Lumen (lm), die den gesamten Lichtstrom einer Lichtquelle beschreibt. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, da die benötigte Helligkeit stark von der Nutzung des Bereichs abhängt. Ein häufiger Fehler ist, das gesamte Wohnzimmer mit einer einzigen, hohen Lumen-Zahl auszuleuchten. Das Resultat ist oft eine ungemütliche, sterile Atmosphäre. Ein professioneller Planungsansatz unterteilt den Raum in verschiedene Funktionszonen mit unterschiedlichen Lichtanforderungen.

Für eine allgemeine Grundbeleuchtung, die den Raum gleichmässig und sicher ausleuchtet, rechnet man mit etwa 100 Lumen pro Quadratmeter. Für unser 25m² Wohnzimmer wären das also 2.500 Lumen. Diese Helligkeit genügt zur Orientierung, ist aber zum Lesen oder für detaillierte Tätigkeiten unzureichend. Hier kommen die Funktionszonen ins Spiel: Ein Lesebereich neben dem Sessel benötigt deutlich mehr Licht, etwa 300-500 lm/m², während der Bereich um den Fernseher eher dunkler sein sollte, um Reflexionen zu vermeiden. Der Trick besteht darin, die Grundbeleuchtung dimmbar zu gestalten und sie durch gezielte, separat schaltbare Lichtquellen für die einzelnen Zonen zu ergänzen.

Die folgende Tabelle gibt Ihnen eine klare Orientierung für die Lichtplanung in verschiedenen Zonen Ihres Wohnzimmers. Nutzen Sie diese Werte als Ausgangspunkt und denken Sie daran, dass Dimmer Ihr wichtigstes Werkzeug sind, um die Lichtstimmung flexibel an die jeweilige Situation anzupassen.

Lumen-Anforderungen nach Raumzonen
Raumzone Lumen pro m² Verwendungszweck
Grundbeleuchtung 100 lm/m² Allgemeine Raumausleuchtung
Arbeitsbereich 300-500 lm/m² Lesen, konzentriertes Arbeiten
Essbereich 250 lm/m² Mahlzeiten, geselliges Beisammensein

Moderne LED-Technologie wie „Dim-to-Warm“ geht noch einen Schritt weiter. Hier wird das Licht beim Dimmen nicht nur dunkler, sondern auch wärmer in der Farbtemperatur, ähnlich wie bei einer klassischen Glühbirne. Dies schafft eine besonders gemütliche und natürliche Atmosphäre für entspannte Abende.

Nahaufnahme von moderner Dim-to-Warm LED-Beleuchtung mit warmer Farbtemperatur

Die Investition in hochwertige, dimmbare Leuchten und die zonale Planung der Helligkeit sind entscheidend für ein funktionales und zugleich einladendes Wohnzimmer. Es ist die Kombination aus ausreichender Grundhelligkeit und atmosphärischen Lichtinseln, die einen Raum lebendig macht.

Am Eingang oder am Bett: Wo platzieren Sie Lichtschalter strategisch klug?

Die Positionierung von Lichtschaltern wirkt trivial, doch sie entscheidet täglich über Komfort oder Frustration. Die Grundregel ist einfach: Licht muss dort geschaltet werden können, wo man einen Raum betritt oder verlässt. Für Räume mit mehreren Zugängen, wie es bei offenen Wohnbereichen oft der Fall ist, ist eine Wechselschaltung (oder bei mehr als zwei Schaltern eine Kreuzschaltung) daher absoluter Standard. Doch die strategische Planung geht weit darüber hinaus und berücksichtigt Komfortfunktionen und die Vorbereitung auf Smart-Home-Systeme.

Ein Schlüsselelement in modernen Schweizer Wohnungen ist die «Zentral-Aus»-Funktion. Dabei wird ein einziger Schalter neben der Eingangstür platziert, der beim Verlassen der Wohnung alle Lichter und optional auch definierte Steckdosen (z.B. für das Bügeleisen oder die Kaffeemaschine) ausschaltet. Diese Funktion bietet enorme Sicherheit und Komfort und sollte bei jedem Neubau oder grösseren Umbau standardmässig eingeplant werden. Sie adressiert direkt die Sorge „Habe ich alles ausgeschaltet?“ und ist ein klares Merkmal einer hochwertigen Elektroinstallation.

Im Schlafzimmer gewinnt die Schalterplatzierung zusätzlich an Bedeutung. Niemand möchte nachts aufstehen müssen, um das Licht auszuschalten. Eine Schaltung am Eingang und eine Wechselschaltung am Bett sind das Minimum. Moderne Lösungen integrieren hier multifunktionale Einheiten, die nicht nur Lichtschalter, sondern auch USB-Ladebuchsen, einen Schalter für die Rollläden und eventuell einen «Panikschalter», der die gesamte Hausbeleuchtung einschaltet, vereinen. Um für zukünftige Smart-Home-Systeme wie KNX gerüstet zu sein, sollten Sie zudem Taster anstelle von klassischen Schaltern installieren. Taster geben nur einen Impuls ab und ermöglichen so eine deutlich flexiblere Programmierung und Steuerung.

  • Verwenden Sie Taster statt klassische Schalter für KNX-Kompatibilität.
  • Installieren Sie multifunktionale Schaltereinheiten am Bett mit USB-Ladebuchsen.
  • Planen Sie Wechselschaltungen für Räume mit mehreren Eingängen.
  • Integrieren Sie Panikschalter für Notbeleuchtung im Schlafbereich.

Der Anschluss, den 90% der Bauherren im Flur vergessen (Nachtlicht/Boden)

Der Flur wird in der Elektroplanung oft stiefmütterlich behandelt. Man plant einen Deckenlichtauslass, einen Schalter, vielleicht eine Steckdose für den Staubsauger – das war’s. Doch gerade hier lauern vergessene Anschlüsse, deren Fehlen später für täglichen Ärger sorgt. Der häufigste Fehler ist das Fehlen einer dezenten Orientierungs- oder Nachtbeleuchtung. Ein nächtlicher Gang zur Toilette oder in die Küche sollte nicht durch das Einschalten der grellen Hauptbeleuchtung erfolgen, die alle anderen weckt. Eine tief platzierte, schaltbare Steckdose oder ein direkter Wandauslass für ein Orientierungslicht, idealerweise gekoppelt an einen Bewegungsmelder mit Dämmerungssensor, ist eine kleine Investition mit riesigem Komfortgewinn.

Solche Sicherheits- und Komfortelemente werden auch von Experten empfohlen, denn gut geplante Orientierungslichter können das Unfallrisiko signifikant reduzieren. Die Kombination aus durchdachter Beleuchtung und modernen Schutzmechanismen wie FI-Schutzschaltern bildet die Grundlage für eine sichere Wohnumgebung.

Fallstudie: Die vergessenen, aber kritischen Anschlüsse im Flur

Neben dem Orientierungslicht gibt es weitere Anschlüsse, die im Flurbereich oft übersehen werden. Ein klassisches Beispiel ist die Steckdose im Einbauschrank. Hier findet die Ladestation des kabellosen Staubsaugers ihren festen Platz, unsichtbar und immer einsatzbereit. Ein weiterer strategischer Punkt ist eine Leerdose in etwa 2,5 Metern Höhe an einer zentralen Stelle im Flur. Diese dient der späteren Installation eines WLAN-Access-Points, um eine optimale Netzabdeckung in der gesamten Wohnung zu gewährleisten – ein Punkt, der in modernen Stahlbetonbauten essenziell ist. Ebenso wichtig sind vorbereitete Anschlüsse für Bewegungsmelder, die nur bei Dunkelheit aktiv werden und so unnötigen Stromverbrauch am Tag verhindern.

Die Planung des Flurs ist ein Paradebeispiel für vorausschauendes Denken. Es geht nicht darum, was Sie heute brauchen, sondern darum, was Ihnen in zwei, fünf oder zehn Jahren das Leben einfacher machen wird. Jeder vergessene Anschluss an dieser zentralen Verkehrsader der Wohnung führt zu sichtbaren und unschönen Kompromissen wie Verlängerungskabeln oder schlecht platzierten Geräten. Nehmen Sie sich die Zeit, die Wege und Bedürfnisse im Flur genau zu analysieren – es wird sich auszahlen.

Wie planen Sie Lichtauslässe in Betondecken flexibel (Stromschienen)?

In der Schweiz ist die Betondecke im Neubau Standard. Das schafft Stabilität, aber auch ein grosses Problem für die Flexibilität der Beleuchtung. Ein einmal in Beton eingegossener Lichtauslass ist quasi für die Ewigkeit fixiert. Wenn sich die Nutzung des Raumes ändert und der Esstisch verschoben wird, hängt die Lampe unweigerlich an der falschen Stelle. Die eleganteste und professionellste Lösung für dieses Problem sind Stromschienensysteme. Anstatt mehrerer einzelner Auslässe wird nur ein einziger Stromanschluss benötigt, von dem aus eine Schiene an oder in der Decke montiert wird.

Der entscheidende Vorteil: An dieser Schiene können verschiedene Leuchten (Strahler, Pendelleuchten) flexibel angebracht, verschoben und ausgerichtet werden. So kann die Beleuchtung jederzeit und ohne baulichen Aufwand an eine neue Möblierung angepasst werden. Strahler können Kunst an der Wand hervorheben, während eine Pendelleuchte exakt über dem Esstisch positioniert wird – auch wenn dieser morgen an einem anderen Ort steht. Dies bietet ein Höchstmass an Gestaltungsfreiheit und macht Ihre Beleuchtung zukunftssicher.

Elegante Stromschienen-Beleuchtung in moderner Betondecke

Es gibt verschiedene Arten von Stromschienensystemen, die sich in Preis, Installationsaufwand und Ästhetik unterscheiden. Die Wahl hängt von Ihrem Budget und dem gewünschten Erscheinungsbild ab. Flächenbündige Systeme, die komplett in die Decke integriert werden, sind die ästhetisch anspruchsvollste, aber auch aufwendigste Lösung und müssen bereits in der Rohbauphase exakt geplant werden.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über gängige Systeme und hilft Ihnen bei der Entscheidung. Systeme wie DALI (Digital Addressable Lighting Interface) ermöglichen zudem die individuelle Steuerung jeder einzelnen Leuchte an der Schiene und bieten damit maximale Flexibilität für komplexe Lichtszenarien.

Stromschienensysteme für verschiedene Budgets
System Preisniveau Installation Flexibilität
IKEA Aufbauschienen Budget Einfach Mittel
Standard-Einbauschienen Mittel Aufwendig Hoch
Flächenbündige Systeme Premium Sehr aufwendig Sehr hoch
DALI-gesteuerte Systeme Professionell Fachmann nötig Maximum

Warum fallen Ihre smarten Geräte ständig aus? (Mesh-Netzwerk erklärt)

Sie haben in modernste Smart-Home-Technik investiert, doch der Stream bricht ständig ab und die smarte Lampe ist nicht erreichbar? Die Ursache ist oft nicht das Gerät selbst, sondern eine unzureichende Netzwerk-Infrastruktur. Gerade in der Schweiz ist dies ein verbreitetes Problem. Die massive Bauweise mit Stahlbeton und moderne, metallbeschichtete Fenster zur Wärmedämmung (wie sie im Minergie-Standard üblich sind) wirken wie ein Schutzschild gegen WLAN-Signale. Ein einziger Router im Wohnzimmer kann unmöglich eine ganze Wohnung stabil versorgen.

Die Lösung für dieses Problem heisst Mesh-Netzwerk. Im Gegensatz zu einem einzelnen Router oder einem Repeater, der das Signal nur weiterleitet und dabei an Geschwindigkeit verliert, besteht ein Mesh-System aus mehreren intelligenten Knoten (Access Points). Diese kommunizieren untereinander und spannen ein einheitliches, starkes WLAN-Netz über die gesamte Wohnfläche auf. Ihre Geräte verbinden sich automatisch immer mit dem stärksten Knoten, was für eine stabile und schnelle Verbindung in jedem Raum sorgt.

Fallstudie: Die Notwendigkeit kabelgebundener Access Points in Minergie-Bauten

Die Schweizer Massivbauweise mit Stahlbeton und die dichte Gebäudehülle von Minergie-zertifizierten Gebäuden dämpfen das WLAN-Signal erheblich. Während viele Mesh-Systeme drahtlos miteinander kommunizieren können, ist ihre Leistung in solchen Umgebungen oft eingeschränkt. Die professionellste und stabilste Lösung ist ein sogenanntes «Wired Backhaul», bei dem die einzelnen Mesh-Knoten über ein LAN-Kabel mit dem Router verbunden sind. Dies erfordert eine vorausschauende Planung: In jeden Raum, in dem ein Mesh-Knoten platziert werden soll, muss ein Leerrohr oder direkt ein LAN-Anschluss gelegt werden. Dies ist eine Notwendigkeit, keine Option, für stabiles Internet in einem modernen Schweizer Bau.

Eine gute Elektroplanung antizipiert dieses Problem. Bei modernen Schweizer Neubauten gilt die Regel: Mindestens eine LAN-Dose an jeder TV-Dose ist Standard. Ein vorausschauender Planer geht jedoch weiter und sieht Leerrohre oder LAN-Anschlüsse an zentralen Stellen wie dem Flur oder in grossen Räumen vor, um eine optimale Platzierung der Mesh-Knoten zu ermöglichen. Diese unsichtbare Infrastruktur ist die Grundlage für ein funktionierendes Smart Home und stabiles Internet für die nächsten Jahrzehnte.

Wie vermeiden Sie, dass Sie sich beim Schneiden selbst Schatten werfen?

Dieses Problem kennt jeder: Sie stehen an der Küchenarbeitsfläche, und das Deckenlicht im Rücken wirft einen perfekten Schatten genau dorthin, wo Sie schneiden oder zubereiten. Dies ist nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich. Die Ursache ist eine falsche Positionierung der Lichtquelle. In Arbeitsbereichen, sei es in der Küche oder im Home-Office, muss das Licht immer von vorne oder von der Seite auf die Arbeitsfläche fallen, niemals von hinten. In der Küche bedeutet das: Die zentrale Deckenleuchte dient nur der Grundbeleuchtung, das eigentliche Arbeitslicht muss direkt unter den Oberschränken oder über der Arbeitsfläche positioniert sein.

Die Beleuchtung von Arbeitsachsen ist eine eigene Disziplin. Für eine schatten- und blendfreie Ausleuchtung sind hochwertige LED-Bänder unter den Oberschränken die beste Lösung. Achten Sie hier auf eine hohe Farbwiedergabequalität (CRI-Wert von über 90), damit Lebensmittel natürlich und appetitlich aussehen. Bei einer Kücheninsel ohne Oberschränke sind abgehängte Pendelleuchten die richtige Wahl. Diese sollten so positioniert werden, dass sie die Arbeitsfläche vollständig ausleuchten, ohne den Koch zu blenden oder im Weg zu sein.

Die Planung dieser Arbeitsbeleuchtung muss frühzeitig erfolgen, da die Anschlüsse für die LED-Bänder und deren Trafos bereits in der Rohbauphase vorgesehen werden müssen. Es ist äusserst aufwendig und unschön, diese Kabel später auf der verputzten Wand oder den Fliesen zu verlegen. Eine clevere Planung integriert die Schaltung der Unterschrankbeleuchtung oft mit dem Hauptlichtschalter der Küche oder einem separaten Schalter in Griffnähe.

Die folgenden Punkte fassen die wichtigsten Aspekte für eine perfekte Arbeitsachsenbeleuchtung zusammen:

  • Positionieren Sie Licht immer von VORNE auf die Arbeitsfläche.
  • Installieren Sie bei Kücheninseln abgehängte Leuchten direkt darüber.
  • Verwenden Sie hochwertige COB-LED-Bänder mit einem CRI > 90.
  • Planen Sie den Trafo-Anschluss bereits in der Rohbauphase.
  • Schalten Sie die Unterschrankbeleuchtung gemeinsam mit dem Hauptlicht oder über einen dedizierten Schalter.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nutzungsneutrale Planung: Planen Sie die Infrastruktur (Lichtauslässe, Dosen) unabhängig von der aktuellen Möblierung, um für zukünftige Änderungen flexibel zu bleiben.
  • Unsichtbare Infrastruktur ist entscheidend: Leerrohre und strategisch platzierte Anschlussdosen sind Ihre Versicherung gegen teure Nachinstallationen in massiven Schweizer Bauten.
  • Netzwerk aktiv planen: Die Bauweise mit Stahlbeton und Minergie-Standards erfordert eine aktive Netzwerkplanung mit kabelgebundenen Access Points (Mesh), um stabiles WLAN zu garantieren.

Warmweiss oder Kaltweiss: Welche Kelvin-Zahl passt in welchen Raum?

Neben der Helligkeit (Lumen) ist die Lichtfarbe der zweite entscheidende Faktor für die Atmosphäre eines Raumes. Sie wird in Kelvin (K) gemessen. Vereinfacht gesagt: Je niedriger der Kelvin-Wert, desto wärmer und gelblicher das Licht; je höher der Wert, desto kälter und bläulicher. Die Wahl der richtigen Lichtfarbe hat einen enormen Einfluss auf unsere Stimmung und unser Wohlbefinden. Ein kaltweisses Licht (über 4000K), das in einem Büro die Konzentration fördert, würde in einem Wohnzimmer eine ungemütliche, sterile Atmosphäre schaffen.

Für Wohn- und Schlafzimmer hat sich ein warmweisses Licht mit rund 2700K als ideal erwiesen. Es ähnelt dem Licht einer traditionellen Glühbirne und wird als gemütlich und entspannend empfunden. In Bereichen, die mehr Aktivität und Sauberkeit erfordern, wie Küche und Bad, ist ein neutralweisses Licht zwischen 3000K und 4000K oft die bessere Wahl. Es wirkt frischer und klarer, ohne klinisch zu erscheinen. Für rein funktionale Räume wie Keller, Garage oder Waschküche, wo es primär auf gute Sicht ankommt, ist ein tageslicht- oder kaltweisses Licht (4000K-5000K) sinnvoll.

Die folgende Tabelle dient als «Kelvin-Landkarte» für Ihre Wohnung und hilft Ihnen, für jeden Raum die passende Lichtfarbe zu finden. Für Arbeitsplätze, an denen man zu verschiedenen Tageszeiten tätig ist, sind «Tunable White»-Leuchten eine exzellente Lösung. Bei diesen kann die Farbtemperatur dynamisch angepasst werden – von kühlem, aktivierendem Licht am Vormittag zu warmem, entspannendem Licht am Abend.

Kelvin-Landkarte für die Schweizer Wohnung
Raum Kelvin-Wert Lichtcharakter Anwendung
Keller/Garage 4000-5000K Kaltweiß Klares Sichtlicht
Küche/Bad 3000-4000K Neutralweiß Sauberes, aktives Licht
Wohn-/Schlafzimmer 2700K Warmweiß Gemütlichkeit
Arbeitsplatz 3000-5000K Tunable White Anpassbar an Tageszeit

Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass die reine Kelvin-Zahl nicht die ganze Geschichte erzählt. Wie Schweizer Lichtplanungsexperten in ihren Empfehlungen für Human Centric Lighting betonen, spielt die Umgebung eine wesentliche Rolle:

Die wahrgenommene Lichtfarbe hängt stark von den Wandfarben und Materialien ab. Eine Holzvertäfelung ‚wärmt‘ das Licht, kühle Betonwände ‚kühlen‘ es.

– Schweizer Lichtplanungsexperten, Empfehlungen für Human Centric Lighting im Home-Office

Berücksichtigen Sie bei der Wahl Ihrer Leuchtmittel also immer auch die Materialien und Farben Ihres Interieurs. Eine Test-Installation vor der endgültigen Entscheidung ist oft der beste Weg, um die perfekte Lichtstimmung zu finden.

Die Wahl der richtigen Lichtfarbe ist der letzte, aber entscheidende Schritt zu einer perfekten Atmosphäre. Um Ihre Räume optimal in Szene zu setzen, ist das Verständnis dafür, welche Kelvin-Zahl in welchen Raum passt, unerlässlich.

Eine durchdachte Elektroplanung ist das unsichtbare Fundament eines jeden komfortablen und wertbeständigen Zuhauses. Indem Sie von einer nutzungsneutralen Perspektive ausgehen und die unsichtbare Infrastruktur wie Leerrohre und flexible Anschlüsse priorisieren, schaffen Sie ein System, das sich mit Ihnen und Ihren Bedürfnissen weiterentwickelt. Beginnen Sie noch heute damit, Ihre Räume nicht für Möbel, sondern für das Leben zu planen.

Geschrieben von Elena Marti, Zertifizierte Lichtplanerin (SLG) mit Schwerpunkt auf Wohnraumbeleuchtung und LED-Technologie. Sie plant seit 10 Jahren Lichtkonzepte, die Energieeffizienz mit visueller Ergonomie verbinden.