Veröffentlicht am März 15, 2024

Der Schlüssel zur Zonierung liegt nicht in der Trennung, sondern in der Schaffung eines nahtlosen räumlichen Kontinuums zwischen Innen und Aussen.

  • Visuelle Achsen und durchgehende Bodenbeläge lösen Grenzen optisch auf.
  • Multifunktionale Zonen und wetterfeste Materialien garantieren ganzjährige Nutzbarkeit im Schweizer Klima.

Empfehlung: Denken Sie Ihren Garten nicht als Ansammlung von Bereichen, sondern als architektonische Erweiterung Ihres Wohnraums, die bewusst die umliegende Schweizer Landschaft einrahmt und integriert.

Einen grossen Garten zu besitzen ist ein Privileg, doch oft bleibt sein volles Potenzial ungenutzt. Die Fläche wirkt unstrukturiert, einzelne Bereiche wie die Terrasse oder eine Grillecke fühlen sich wie isolierte Inseln an. Die intuitive Lösung, Zäune oder hohe Hecken zu errichten, führt jedoch oft zu einer Zerstückelung des Raumes und zerstört die Grosszügigkeit, die einen grossen Garten ausmacht. Man schafft Barrieren, wo eigentlich fliessende Übergänge gefragt wären, um den Wohnraum elegant nach draussen zu erweitern.

Die gängigen Ratschläge konzentrieren sich oft auf einfache Trennelemente: Pflanzen als Raumteiler, Wege als Verbindungslinien. Doch diese Ansätze bleiben an der Oberfläche und behandeln den Aussenbereich als separate Einheit. Sie übersehen die architektonische Dimension der Gartengestaltung. Die wahre Kunst besteht nicht darin, den Garten zu unterteilen, sondern darin, ihn als ein zusammenhängendes Ganzes zu begreifen – ein Raumkontinuum, das die Grenzen zwischen Innen und Aussen, zwischen Architektur und Natur, auflöst.

Wenn wir den Garten als echtes „grünes Wohnzimmer“ betrachten, verschiebt sich die Perspektive. Es geht nicht mehr nur um Funktionalität, sondern um Atmosphäre, um die Schaffung von Orten mit Charakter, die sich dem Tagesablauf und den Jahreszeiten anpassen. Der Ansatz ist visionär: Statt den Blick zu blockieren, rahmen wir ihn gezielt ein, um das einzigartige Schweizer Panorama – sei es ein Berggipfel, ein See oder ein sanfter Hügelzug – zu einem integralen Bestandteil des Wohnerlebnisses zu machen.

Dieser Artikel führt Sie durch die strategischen Überlegungen eines Landschaftsarchitekten. Wir werden nicht nur Techniken zur Zonierung ohne Zäune beleuchten, sondern die dahinterliegende Philosophie für die Schaffung eines ganzheitlichen, multifunktionalen und wetterfesten Lebensraums im Freien ergründen – von der schwellenlosen Verbindung zum Haus bis zur Auswahl winterfester Möbel, die der Witterung in den Schweizer Alpen ebenso trotzen wie dem Nebel im Mittelland.

Um diese Vision strukturiert umzusetzen, beleuchtet dieser Leitfaden die entscheidenden Aspekte, die Ihren Garten in eine nahtlose Erweiterung Ihres Wohnraums verwandeln. Der folgende Überblick zeigt Ihnen die Kernthemen, die wir Schritt für Schritt behandeln werden.

Wie gestalten Sie den Übergang von drinnen nach draußen schwellenlos?

Der erste und wichtigste Schritt zur Schaffung eines Raumkontinuums ist die physische und visuelle Auflösung der Grenze zwischen Innen- und Aussenbereich. Ein schwellenloser Übergang ist mehr als nur eine Frage des Komforts; er ist ein architektonisches Statement. Er signalisiert, dass der Garten kein Anhängsel, sondern ein integraler Bestandteil des Wohnkonzepts ist. In der Schweiz dient die Norm SIA 500 „Hindernisfreie Bauten“ als massgeblicher Qualitätsstandard, der nicht nur Barrierefreiheit garantiert, sondern auch eine elegante, fliessende Ästhetik fördert.

Die visuelle Verbindung wird am stärksten durch die Materialwahl hergestellt. Indem Sie den gleichen Bodenbelag von drinnen nach draussen durchziehen, entsteht eine optische Grosszügigkeit, die den Raum weitet. Materialien wie grossformatige Platten aus Tessiner Gneis oder warme Dielen aus alpinem Lärchenholz eignen sich hervorragend, um diese Brücke zu schlagen. Sie verkörpern die „Material-Ehrlichkeit“, die für eine authentische und langlebige Gestaltung im Schweizer Kontext steht.

Moderne Glas-Faltwände oder grossflächige Schiebetüren sind entscheidende Elemente. Sie ermöglichen es, die Fassade je nach Wetter und Jahreszeit fast vollständig zu öffnen und schaffen so eine flexible Verbindung. Selbst im geschlossenen Zustand im Winter bleibt der visuelle Kontakt zum Garten erhalten und die Natur wird Teil des Interieurs. Ergänzt durch geschickt geplante, verglaste Übergangszonen wie einen Wintergarten, entsteht ein Puffer, der auch bei rauem Wetter den Bezug nach draussen aufrechterhält und den Wohnraum ganzjährig erweitert.

Sonnensegel vs. Markise: Was hält auch einem Schweizer Sommergewitter stand?

Ein effektiver Sonnenschutz ist essenziell, um den Aussenbereich in einen komfortablen „Wohnraum“ zu verwandeln. Doch im Schweizer Klima muss dieser Schutz mehr können als nur Schatten spenden. Er muss auch einem plötzlichen Sommergewitter mit starken Windböen oder dem berüchtigten Föhn standhalten können. Die Wahl zwischen einer fest installierten Markise und einem flexiblen Sonnensegel ist daher eine strategische Entscheidung, die Funktionalität, Ästhetik und Sicherheit gegeneinander abwägt.

Markisen werden in der Regel in Windwiderstandsklassen eingeteilt. Hochwertige Modelle sind oft bis Windstärke 9 (ca. 75-88 km/h) ausgelegt und werden bei Überschreitung durch Windwächter automatisch eingefahren. Dies bietet eine hohe Sicherheit. Sonnensegel sind flexibler in der Gestaltung, ihre Stabilität hängt jedoch stark von der Qualität des Materials und vor allem von der Robustheit der Verankerungspunkte ab. Bei starkem Wind oder einem aufziehenden Gewitter müssen sie oft manuell abgenommen werden, um Schäden zu vermeiden.

Ein entscheidender Aspekt in der Schweiz ist die Versicherung. Schäden an fest mit dem Gebäude verbundenen Markisen durch aussergewöhnliche Wetterereignisse sind in der Regel als Elementarschäden durch die kantonale Gebäudeversicherung gedeckt. Bei Sonnensegeln ist die Deckung oft nicht gegeben, da sie als mobile Elemente gelten. Zudem ist zu beachten, dass Markisen ab einer bestimmten Grösse je nach kantonaler und kommunaler Bauordnung eine Baubewilligung erfordern können, während Sonnensegel meist bewilligungsfrei sind. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Entscheidungskriterien zusammen, basierend auf einer Analyse der Bedingungen bei Sturmschäden.

Vergleich: Markise vs. Sonnensegel bei Schweizer Wetterbedingungen
Kriterium Markise Sonnensegel
Windklasse Windstärke 9 (ab 75 km/h versichert) Variabel je nach Befestigung
Föhnbeständigkeit Bei eingefahrenem Zustand sicher Muss abgenommen werden
Versicherung Elementarschäden durch kantonale Gebäudeversicherung gedeckt Oft nicht versichert
Baubewilligung Ab bestimmter Größe bewilligungspflichtig Meist bewilligungsfrei
Kosten 2000-5000 CHF installiert 500-2000 CHF

Schimmeln Teppiche draußen nicht? (Materialkunde Polypropylen)

Die Idee eines Teppichs im Freien scheint auf den ersten Blick widersprüchlich, besonders im oft feuchten Schweizer Klima. Doch gerade dieses Element ist entscheidend, um das Gefühl eines echten „Wohnzimmers“ zu erzeugen. Ein Outdoor-Teppich definiert einen Bereich, schafft eine gemütliche Atmosphäre und sorgt für Komfort unter den Füssen. Die Sorge vor Schimmel und Verrottung ist berechtigt, doch die Lösung liegt in der modernen Materialtechnologie, allen voran bei Polypropylen.

Polypropylen ist eine synthetische Faser, die von Natur aus wasserabweisend ist. Sie nimmt keine Feuchtigkeit auf, was die Hauptursache für Schimmel- und Moderbildung verhindert. Im Gegensatz zu Naturfasern wie Wolle oder Jute, die sich vollsaugen und nur langsam trocknen, lässt eine gewebte Polypropylen-Struktur Wasser einfach durchsickern und trocknet an der Luft extrem schnell. Schweizer Möbelhändler wie Pfister oder Hunn Gartenmöbel führen Kollektionen, die speziell für die klimatischen Bedingungen hierzulande, wie etwa die hohe Luftfeuchtigkeit im Mittelland, entwickelt wurden. Diese Teppiche sind zudem UV-beständig, sodass ihre Farben auch bei starker Sonneneinstrahlung nicht ausbleichen.

Die Langlebigkeit eines Outdoor-Teppichs hängt jedoch auch von der richtigen Pflege und Nutzung ab. Es ist entscheidend, dass der Teppich auf einem Untergrund liegt, der eine gute Drainage ermöglicht, damit sich keine Staunässe darunter bildet. Eine regelmässige Reinigung durch Absaugen von losem Schmutz und gelegentliches Abwaschen mit einer milden Seifenlösung erhält die Optik und Funktion. Vor der langen, feuchten Herbst- und Winterperiode sollte der Teppich gründlich gereinigt und vollständig getrocknet werden. Obwohl viele Modelle als winterfest gelten, empfiehlt es sich, sie bei starkem Frost oder langanhaltender Nässe einzurollen und trocken zu lagern, um ihre Lebensdauer zu maximieren.

Wie erweitern Sie Ihr WLAN-Signal bis zur Lounge in der Gartenecke?

Ein modernes „Wohnzimmer im Freien“ ist heute mehr als nur eine Sitzgelegenheit. Es ist ein Ort zum Arbeiten, zum Streamen von Musik oder zum Steuern der smarten Gartenbeleuchtung. Eine stabile Internetverbindung ist daher keine Nebensache mehr, sondern eine Grundvoraussetzung. Die Herausforderung in der Schweiz sind oft die massiven Bauweisen mit dicken Betonwänden und Stahlbetondecken, die das WLAN-Signal effektiv blockieren, bevor es überhaupt den Garten erreicht.

Herkömmliche WLAN-Repeater stossen hier schnell an ihre Grenzen, da sie ein bereits schwaches Signal nur weiterleiten. Die architektonisch überlegene Lösung ist ein Mesh-Netzwerksystem. Es besteht aus mehreren miteinander kommunizierenden Knotenpunkten (Boxen), die ein flächendeckendes und stabiles Netz aufspannen. Anbieter wie Swisscom ermöglichen es, das Hauptmodem mit zusätzlichen WLAN-Boxen zu einem solchen Mesh-System zu erweitern. Eine dieser Boxen kann in der Nähe eines Fensters oder einer Terrassentür platziert werden, um als Brückenkopf in den Garten zu dienen.

Für die letzte Meile bis zur entlegenen Lounge-Ecke gibt es zwei professionelle Ansätze. Die erste ist die Verwendung eines Outdoor-Access-Points. Diese wetterfesten Geräte werden direkt im Garten installiert und per LAN-Kabel mit dem Heimnetzwerk verbunden, was die stärkste und zuverlässigste Verbindung garantiert. Eine Alternative, falls keine Kabelverlegung möglich ist, sind Powerline-Adapter, die das Datensignal über das Stromnetz bis zu einer Aussensteckdose leiten, an die dann ein weiterer WLAN-Knotenpunkt angeschlossen wird. Eine Analyse von Mesh-Systemen in der Schweiz zeigt, dass selbst schwierige Zonen wie Balkone so noch eine passable Signalstärke von -70 bis -72 dBm erreichen können, was für die meisten Anwendungen ausreicht.

Gartenlounge mit diskretem Outdoor-Access-Point und Smart-Garden-Beleuchtung

Die nahtlose Integration von Technologie, wie hier im Bild angedeutet, ist entscheidend für die Funktionalität des modernen Gartens. Die richtige Planung der digitalen Infrastruktur ist somit genauso wichtig wie die Auswahl der Möbel oder Pflanzen.

Bambus oder Gräser: Welcher natürliche Sichtschutz wächst am schnellsten dicht?

Ein Gefühl von Privatsphäre und Geborgenheit ist essenziell für einen „Wohnraum“ im Freien. Anstatt harte Grenzen durch Zäune zu schaffen, bieten Pflanzen eine lebendige und ästhetisch ansprechende Möglichkeit, Zonen subtil abzugrenzen und unerwünschte Einblicke zu verhindern. Bambus wird oft als erste Wahl für einen schnell wachsenden Sichtschutz genannt, doch hier ist Vorsicht geboten. Es muss strikt zwischen wuchernden und horstbildenden Arten unterschieden werden.

Für Schweizer Gärten eignen sich ausschliesslich die horstbildenden Fargesia-Arten. Sie bilden keine unterirdischen Ausläufer (Rhizome) und benötigen daher keine teure und aufwendige Rhizomsperre. Je nach Sorte und Standort erreichen diese Bambusarten eine Höhe von 1,5 bis 5 Metern und bilden schnell einen dichten, immergrünen Vorhang. Ihr raschelndes Geräusch im Wind trägt zusätzlich zur entspannenden Atmosphäre bei. Alternativ bieten hohe Ziergräser wie das Chinaschilf (Miscanthus) einen saisonalen Sichtschutz, der im Winter zwar an Dichte verliert, aber mit seinen filigranen Halmen und Blütenständen eine wunderschöne winterliche Struktur schafft.

Bevor man jedoch zur Pflanzschaufel greift, ist ein Blick in die lokalen Vorschriften unerlässlich. In der Schweiz ist das Pflanzenrecht kantonal und kommunal geregelt. Die Mobiliar Versicherung weist in ihrem Ratgeber eindringlich darauf hin, dass Grenzabstände und Maximalhöhen strikt beachtet werden müssen, um spätere Konflikte mit Nachbarn zu vermeiden.

Achtung, Gesetze! Kantonale Bau- und Pflanzvorschriften bezüglich Grenzabständen und maximaler Höhe von Hecken müssen beachtet werden.

– Die Mobiliar Versicherung, Ratgeber Grenzabstand Schweiz

Aus ökologischer Sicht sind zudem einheimische Alternativen oft die bessere Wahl. Organisationen wie ProSpecieRara empfehlen standortgerechte Sträucher, die nicht nur Sichtschutz bieten, sondern auch einen wertvollen Lebensraum für die lokale Tierwelt schaffen. Arten wie Eibe, Stechpalme, Liguster oder auch Rotbuche und Hainbuche sind exzellente, robuste Optionen, die sich harmonisch in die Schweizer Landschaft einfügen und die Biodiversität fördern.

Der Stellfehler, der den Zugang zum Balkon blockiert und nervt

Die eleganteste Zonierung im Garten ist nutzlos, wenn der Zugang dorthin bereits im Haus oder auf dem Balkon blockiert ist. Ein häufiger und besonders störender Fehler ist die Platzierung von Möbeln direkt in der Lauf- und Blickachse zu einer Tür. Ein grosses Sofa oder ein wuchtiger Sessel, der frontal vor der Balkon- oder Terrassentür steht, wird zur täglichen Barriere. Man muss sich darum herumzwängen, der fliessende Übergang von drinnen nach draussen wird unterbrochen und das Gefühl von Grosszügigkeit geht verloren.

Die architektonische Lösung liegt in der Freihaltung von visuellen Achsen und Durchgangslinien. Möbel sollten stets seitlich der Hauptbewegungsachse platziert werden. Dies schafft einen klaren, einladenden Weg nach draussen und bewahrt die optische Verbindung zum Aussenraum. Besonders in der Schweiz, wo viele Wohnungen und Häuser über kompaktere Aussenbereiche verfügen, ist eine intelligente Möbelwahl entscheidend. Wie ein Nutzer treffend bemerkt, erfordern die hiesigen Verhältnisse multifunktionale und flexible Lösungen.

Bei wenig Platz im Außenbereich sollte man auf allzu große, ausladende, breite und wuchtige Möbel verzichten.

– Erfahrung mit kompakten Schweizer Außenbereichen, homify.de

Modulare Loungemöbel, die sich je nach Anlass flexibel anordnen lassen, sind ideal. Anstatt eines hohen Stuhls kann ein niedriges Daybed oder eine Bank vor einem Fenster platziert werden, ohne die Sichtachse oder den Lichteinfall zu stören – ein wichtiger Aspekt angesichts der oft tiefer stehenden Sonne in den alpinen Regionen. Die bewusste Gestaltung dieser Übergangszone ist der erste Schritt, um das Konzept des erweiterten Wohnraums konsequent umzusetzen.

Ihr Plan zur Freihaltung der Blickachsen

  1. Durchgangslinien definieren: Platzieren Sie Möbel konsequent seitlich der Hauptlaufwege zu Türen und Fenstern, niemals frontal davor.
  2. Niedrige Profile wählen: Bevorzugen Sie Daybeds, Bänke oder Hocker statt hoher Sessel, um den Lichteinfall und die Sicht speziell bei tief stehender Sonne zu maximieren.
  3. Modularität nutzen: Setzen Sie auf flexible Loungemöbel, die sich für verschiedene Anlässe (Apéro, Sonnenbad, Leseecke) leicht umgruppieren lassen.
  4. Transparenz schaffen: Verwenden Sie filigrane Möbel aus Drahtgeflecht, Glas oder mit schlanken Beinen, um eine luftige, leichte Optik zu bewahren.
  5. Panorama einrahmen: Richten Sie die gesamte Möblierung so aus, dass die Blickachsen auf das schönste Element des Schweizer Panoramas (See, Berge, Horizont) frei bleiben und aktiv gerahmt werden.

Wie stellen Sie Möbel vor bodentiefe Fenster, ohne die Ästhetik zu zerstören?

Bodentiefe Fenster sind ein Segen für jeden Wohnraum. Sie fluten das Innere mit Licht und schaffen eine maximale visuelle Verbindung zur Natur – die perfekte Ausgangslage für das Konzept des erweiterten Wohnraums. Die Herausforderung besteht darin, den Aussenbereich direkt vor diesen Glasflächen zu möblieren, ohne diese wertvolle Verbindung zu zerstören oder den Blick von innen zu blockieren. Die Lösung liegt in der Fortführung der visuellen Kontinuität und der bewussten Wahl von Möbeln, die mit der Architektur in einen Dialog treten, anstatt sie zu konkurrieren.

Der Schlüssel ist die Auswahl von Outdoor-Möbeln, deren Designsprache – sei es in Farbe, Material oder Form – Elemente der Innenarchitektur aufgreift. Wenn beispielsweise im Wohnzimmer Eichenparkett liegt und graue Stoffe dominieren, können Outdoor-Möbel mit Details aus Eichenholz oder grauen Polstern eine visuelle Brücke schlagen. Führende Schweizer Gartengestalter wie PARC’S Gartengestaltung haben sich darauf spezialisiert, Innen- und Aussenräume durch solche aufeinander abgestimmten Designkonzepte zu harmonisieren. Das Ziel ist, die Grenze zwischen den Bereichen optisch aufzulösen.

Makroaufnahme von filigranen Outdoor-Möbeldetails aus Drahtgeflecht vor bodentiefen Fenstern

Zwei Gestaltungsprinzipien sind dabei zentral: niedrige Profile und Transparenz. Platzieren Sie vor bodentiefen Fenstern ausschliesslich niedrige Möbelstücke wie Daybeds, Loungesessel mit niedriger Rückenlehne, Hocker oder flache Bänke. Die Oberkante der Möbel sollte idealerweise unterhalb der Fenstermitte, besser noch im unteren Drittel, enden. Kombinieren Sie dies mit Materialien, die Transparenz und Leichtigkeit ausstrahlen. Möbel aus filigranem Drahtgeflecht, mit schlanken Metallgestellen oder Sitze aus wetterfestem Seilgeflecht wirken luftig und lassen den Blick weiterhin durch den Raum und in die Landschaft schweifen, wie im Detailbild oben zu sehen ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Ziel ist nicht die Unterteilung, sondern die Schaffung eines fliessenden Raumkontinuums zwischen Innen- und Aussenbereich.
  • Die bewusste Gestaltung von visuellen Achsen, die das Schweizer Panorama einrahmen, ist wichtiger als dekorative Elemente.
  • Wetterfeste Eleganz durch richtige Materialwahl und Berücksichtigung lokaler Klimabedingungen garantiert ganzjährige Freude am Aussenraum.

Gibt es Möbel, die Sie im Schweizer Winter wirklich draußen stehen lassen können?

Die Vision eines ganzjährig nutzbaren „Wohnraums im Freien“ steht und fällt mit der Widerstandsfähigkeit der Möbel. Die Vorstellung, schwere Loungemöbel jeden Herbst mühsam einlagern zu müssen, widerspricht dem Gedanken eines nahtlos integrierten Lebensraums. Glücklicherweise gibt es heute Materialien und Hersteller, deren Produkte speziell für die rauen Bedingungen eines Schweizer Winters konzipiert sind – sei es der feucht-kalte Nebel im Mittelland, die milden, aber nassen Winter am Genfersee oder der schneereiche Frost in den Alpen.

Renommierte Schweizer Anbieter wie Hunn Gartenmöbel, Schaffner oder Bogen Design sind für ihre langlebigen und wetterfesten Kollektionen bekannt. Der Schlüssel liegt in der Materialwahl. Gestelle aus pulverbeschichtetem Aluminium oder Edelstahl (Inox) sind rostfrei und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Tischplatten aus HPL (High-Pressure Laminate) oder Keramik sind kratzfest, UV-beständig und absolut pflegeleicht. Bei Holzmöbeln sind Arten wie Teak oder Robinie aufgrund ihres hohen natürlichen Ölgehalts extrem witterungsbeständig. Einheimisches, thermisch behandeltes Lärchenholz ist ebenfalls eine exzellente, nachhaltige Option.

Auch bei den Polstern gibt es enorme Fortschritte. Hochwertige Outdoor-Stoffe sind nicht nur wasserabweisend, sondern oft mit schnelltrocknendem Schaumstoff (Quick-Dry-Foam) gefüllt. Diese offenzellige Struktur lässt Wasser einfach durchlaufen und sorgt für eine schnelle Trocknung nach einem Regenschauer, was die Schimmelbildung im Inneren des Polsters verhindert. Die Auswahl des richtigen Materials sollte sich an den spezifischen klimatischen Bedingungen der jeweiligen Region orientieren, wie die folgende Übersicht, basierend auf einer Materialanalyse für verschiedene Klimazonen, verdeutlicht.

Materialeignung nach Schweizer Klimazonen
Region Winterklima Empfohlene Materialien
Genfersee Mild, feucht Teakholz, pulverbeschichtetes Aluminium
Mittelland Neblig, feucht Edelstahl, HPL-Platten, behandeltes Lärchenholz
Alpenregion Schneereich, frostig Verzinkter Stahl, Robinie, Granit
Tessin Mild, gelegentlich frostig Alle Materialien geeignet

Eine Investition in hochwertige, wetterfeste Möbel ist eine Investition in Komfort und Lebensqualität. Sie ermöglicht es, den Aussenbereich spontan zu nutzen, sobald sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen, ohne vorher Möbel aus dem Keller holen zu müssen. So wird der Garten tatsächlich zu einem vollwertigen, ganzjährigen Wohnraum.

Um die Langlebigkeit Ihrer Gartengestaltung zu sichern, ist es entscheidend, die Zusammenhänge zwischen Material, Klima und Haltbarkeit vollständig zu verstehen.

Die Transformation Ihres Gartens in einen erweiterten Lebensraum ist ein Prozess, der eine klare Vision und eine strategische Planung erfordert. Es geht darum, über einzelne Elemente hinauszudenken und ein harmonisches Gesamtkonzept zu schaffen, das Architektur, Design und die umliegende Natur miteinander verbindet. Beginnen Sie noch heute damit, Ihren Aussenbereich mit den Augen eines Architekten zu betrachten und die Grundlagen für Ihren persönlichen, ganzjährigen Wohnraum im Freien zu legen.

Geschrieben von Lukas Emmenegger, Landschaftsarchitekt BSLA spezialisiert auf Balkon- und Terrassengestaltung im urbanen Raum. Er gestaltet seit 14 Jahren Aussenbereiche, die Privatsphäre schaffen und jedem Wetter standhalten.